Referenzwerte für Natrium, Chlorid und Kalium aktualisiert |

Statt der täglichen minimalen Zufuhr für Natrium, Chlorid und Kalium gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) seit diesem Monat nun eine «angemessenen Zufuhr» als Referenzwert an. Die empfohlene Menge hängt vom Alter ab und weicht in einigen Fällen für schwangere oder stillende Frauen ab. In Bezug auf Natrium hält die DGE nun 1500 mg täglich für angemessen für alle Personen ab 15 Jahren. Als angemessene Chlorid-Zufuhr beziffert sie 2300 mg pro Tag für alle Personen ab 15, für Kalium sind es 4000 mg pro Tag. Stillende haben einen erhöhten Kalium-Bedarf von 4400 mg.
Natrium und Chlorid werden zu 80 bis 90 Prozent als Kochsalz aufgenommen. Hier liegt der offizielle Orientierungswert in Deutschland bei 6000 mg pro Tag. Das entspricht in etwa einem Teelöffel voll. Doch Salz wird vom Konsumenten nicht nur bewusst zugefügt wie beim Nachsalzen, sondern liegt häufig versteckt vor: Das in Nahrungsmitteln wie zum Beispiel Backwaren, Wurst, Käse, Fischkonserven und Fertiggerichten enthaltene Kochsalz macht den Großteil der täglichen Salzzufuhr aus. Nach Angaben der DGE mit Berufung auf die DEGS1-Studie nehmen die Deutschen mehr als doppelt so viel Natrium zu sich, wie angemessen wäre.
Natürlich haben alle Nährstoffe ihre Berechtigung: Natrium, Chlorid und Kalium beeinflussen maßgeblich den Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt sowie den Blutdruck, und sie sind wichtige Elemente bei der Weiterleitung von Nervenimpulsen. Laut DGE ist es jedoch eindeutig belegt, dass eine hohe Natriumchlorid-Zufuhr das Risiko für Bluthochdruck und damit für Herz-Kreislauf-Erkrankung steigert. «Eine Ernährung, die reich an Kalium ist, kann bei Personen mit Bluthochdruck hingegen blutdrucksenkend wirken und das Risiko für Schlaganfall reduzieren», schreibt die DGE. Daher empfiehlt die DGE mehr Lebensmittel, die von Natur aus viel Kalium, aber wenig Natrium enthalten. Als günstig gelten Gemüse, Obst, Nüsse und allgemein unverarbeitete Lebensmittel. (dh)
Referenzwerte der DGE (externer Link)
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30.01.2017 l PZ
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