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Vandetanib: Erfolg bei weiterer Schilddrüsenkrebs-Form

 

Französische Wissenschaftler haben den Tyrosinkinasehmmer Vandetanib erfolgreich bei der Behandlung des fortgeschrittenen, differenzierten Schilddrüsenkrebses eingesetzt. Wie sie im Fachjournal «The Lancet» berichten, überlebten die Patienten fast doppelt so lange progressionsfrei, wenn sie Vandetanib (Caprelsa® von Astra Zeneca) einnahmen.

 

In der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-II-Studie behandelte das Team um Professor Dr. Martin Schlumberger von der Universität Paris 145 Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasierendem differenzierten Schilddrüsenkrebs. Bei allen Patienten hatte eine Radioiodtherapie zuvor keinen Erfolg gebracht. 72 Patienten erhielten 300 mg Vandetanib täglich, 73 Patienten bekamen Placebo. Die Patienten in der Vandetanib-Gruppe überlebten im Median 11,1 Monate progressionsfrei, in der Placebogruppe waren es nur 5,9 Monate.

 

Die häufigsten unerwünschten Arzneimittelwirkungen waren eine Verlängerung der QT-Zeit, Diarrhö, Schwäche und Müdigkeit. Zwei Patienten in der Vandetanib-Gruppe starben durch schwere Blutungen und eine Lungenentzündung als Nebenwirkung der Behandlung. Auch in der Placebogruppe starb ein Patient aufgrund einer Lungenentzündung.

 

Bei rund 90 Prozent aller Schilddrüsenkrebspatienten liegt ein differenziertes Karzinom (papilläre oder follikuläre Form) vor. Die Therapie besteht zumeist aus einer Operation und anschließender Radioiodtherapie. Seit März 2012 ist Vandetanib zugelassen zur Behandlung des selteneren, undifferenzierten medullären Schilddrüsenkarzinoms. Von diesem Typ sind lediglich 5 bis 10 Prozent aller Patienten betroffen. (va)

 

doi: 10.1016/S1470-2045(12)70335-2

 

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Wirkstoffprofil Vandetanib (Caprelsa® / 2012) in unserer Datenbank Neue Arzneistoffe

 

14.08.2012 l PZ

Foto: Fotolia/lom123