Orales Kegelschneckengift gegen Nervenschmerzen |

Conotoxin aus der Kegelschnecke ist hundertmal potenter als die führenden oralen Schmerztherapien. David Craik und sein Team von der University of Queensland in Australien publizierten dazu eine präklinische Studie im Fachjournal «Angewandte Chemie» (doi: 10.1002/anie.201000620). Die Forscher entwickelten ein oral verfügbares Conotoxin und verabreichten es Ratten mit neuropathischen Schmerzen. Im Anschluss daran prüften sie mit einem Standardtest die Schmerzempfindlichkeit der Tiere. Es war verglichen mit Gabapentin hundertmal potenter wirksam.
Conotoxine sind Oligopeptide, die die Reizweiterleitung der Nervenzellen blockieren und mit dem die Kegelschnecke ihre Beute lähmt. Menschliche Enzyme des Speichels und des Darms zersetzen das einzige bisher auf dem Markt befindliche Conotoxin-Derivat Ziconotid (Prialt®) schnell. Aus diesem Grund ist es nur intravenös anwendbar – mit den entsprechenden Einschränkungen. Das neue Conotoxin ist dagegen oral verfügbar. Aufgrund seiner hohen Potenz ist es möglich, es in kleineren Dosen anzuwenden. Ob dadurch die zahlreichen, schweren und häufig auftretenden Nebenwirkungen wie bei Ziconotid vermieden werden können, bleibt abzuwarten. Die Forscher haben bei der Food and Drug Administration einen Antrag auf erste Prüfungen am Menschen gestellt. (sa)
Arzneistoffprofil Ziconotid
25.06.2010 l PZ
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