Das seltene Bundibugyo-Virus aus der Gattung Ebolavirus, für das es weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt, macht die Lage besonders schwierig einzudämmen. / © Getty Images/Motortion
Bei einem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda gibt es nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums inzwischen 513 Verdachtsfälle und 131 vermutete Todesfälle. Es benötige jedoch weitere Untersuchungen und Labortests, um die Zahlen zu bestätigen, sagte Gesundheitsminister Samuel Roger Kamba im kongolesischen Staatsfernsehen.
Die Ausbreitungsgefahr für die gesamte Region gilt als hoch. Das seltene Bundibugyo-Virus aus der Gattung Ebolavirus, für das es weder einen Impfstoff noch eine Therapie gibt, macht die Lage besonders schwierig einzudämmen. Dennoch forderte die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC die internationale Gemeinschaft auf, zunächst von Reisebeschränkungen abzusehen. Das benachbarte Ruanda hat seine Grenze zum Osten des Kongo bereits geschlossen.
Der Ebola-Ausbruch begann laut Africa CDC vermutlich in der dritten Aprilwoche in der nordöstlichen Provinz Ituri, die an Uganda und den Südsudan grenzt, wurde aber erst Anfang Mai gemeldet. Es handelt sich um den insgesamt 17. Ebola-Ausbruch im Kongo seit 1976. Nur zweimal zuvor hat es laut Africa CDC Ausbrüche der Bundibugyo-Art gegeben.
Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einem Ausbruch des Zaire-Ebolavirus in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda seinen Notfallausschuss einberufen. Das sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. Die mit der Krankheit vertrauten unabhängigen Expertinnen und Experten wollen am Nachmittag Empfehlungen ausarbeiten, wie mit dem Ausbruch umgegangen werden soll. Tedros hatte bereits eine Notlage internationaler Reichweite wegen des Ausbruchs ausgerufen.
Normalerweise tagt der Ausschuss, sobald eine Bedrohung sich abzeichnet. Der WHO-Chef wartet in der Regel auf den Rat des Ausschusses, ob eine Notlage erklärt werden soll. Es sei das erste Mal gewesen, dass er dies ohne den Ausschuss getan habe, so die WHO. Dies, weil er die Lage als so dringlich betrachtete, dass er nicht warten wollte.
Das Ausrufen einer Notlage soll keine Panik schüren, sagte ein WHO-Sprecher in Genf. Vielmehr soll es Länder informieren, dass es ein dringliches Problem gibt, und es soll die Zusammenarbeit stärken.