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Barmer-Auswertung

Zweite Corona-Welle trifft mehr Ältere

Während in der ersten Corona-Welle im Frühjahr zwar mehr ältere, aber auch viele jüngere Erwachsene wegen Covid-19 krankgeschrieben waren, geht seit November die Schere deutlich auseinander. Nun sind deutlich mehr Über-50-Jährige betroffen.
Daniela Hüttemann
19.01.2021  13:30 Uhr

»Die erste und die zweite Corona-Welle verlaufen unterschiedlich«, erläutert Professor Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer. Höhepunkt der ersten Welle war in der Kalenderwoche 14 (29. März bis 4. April) erreicht. Bei den Unter-30-Jährigen erhielten 1,7 von 1000 Versicherten Krankengeld. Bei den 30- bis 49-Jährigen waren 1,81 und in der Altersgruppe über 50 Jahre 2,53 je 1000 Anspruchsberechtigte krankgeschrieben. Über den Sommer fielen die Zahlen, um im Herbst wieder in allen Altersgruppen anzusteigen. 

Aber: »In der zweiten Welle driften die Werte seit Ende Oktober deutlich auseinander«, berichtet die Barmer.  Bei den Unter-30-Jährigen sank die Zahl der Krankschreibungen zwischen der Kalenderwoche 44 (25. bis 31. Oktober) und Kalenderwoche 51 (13. bis 19. Dezember) wieder von 2,17 auf 1,79 – ein Minus von 18 Prozent. Bei den 30- bis 49-Jährigen stieg die Zahl von 2,02 auf 2,53 (plus 25 Prozent). Bei den älteren Menschen betrug der Anstieg sogar 44 Prozent, von 2,77 auf 3,99.

»Warum die zweite Corona-Welle jüngere Menschen weniger trifft, mag viele Ursachen haben und bedarf weiterer Untersuchungen«, so Schraub. »Auch wenn der Anteil der Krankschreibungen unter den Jüngeren abnimmt, darf sich keine Altersgruppe in falscher Sicherheit wiegen. Der schwerste Teil der Pandemie steht uns noch bevor. Die Einhaltung der Hygiene- und Kontaktregeln ist nun wichtiger denn je, zumal das Risiko besteht, dass ansteckendere Virusvarianten sich verbreiten.« Dies diene nicht nur dem Eigenschutz, sondern allen Menschen, insbesondere den Älteren und Kranken.

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