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Aktuelle Studie
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Zink könnte Covid-19-Sterblichkeit senken

In einer Studie aus Tunesien senkte die orale Zink-Einnahme bei Covid-19-Patienten das Risiko für die Kombination aus intensivmedizinischer Einweisung und Tod um etwa 40 Prozent.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 15.11.2022  14:30 Uhr

In der randomisierten, kontrollierten Studie »VIZIR« (viral infection treatment with oral zinc: a randomized controlled trial in Covid-19) ging die Einnahme von 25 mg Zink zweimal pro Tag bei Covid-19-Patienten mit einem um etwa 40 Prozent verringerten relativen Risiko einher für das Kombinationsereignis Aufnahme auf die Intensivstation und Tod. Die Ergebnisse der Studie des Forschungsteams um Dr. Saoussen Ben Abdallah vom Hospital Fattouma Bourguiba of Monastir in Tunesien wurden kürzlich in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift »Clinical Infectious Diseases« veröffentlicht. [DOI: 10.1093/cid/ciac807]

An der prospektiven Studie nahmen 470 ambulant oder stationär versorgte Patienten in Tunesien teil, die positiv auf Covid-19 getestet wurden. Das Durchschnittsalter betrug 54,2 Jahre. Etwa 20 Prozent der Patienten waren zu Studienbeginn vollständig gegen Covid-19 geimpft, 23 Prozent hatten zu diesem Zeitpunkt mindestens eine Impfdosis erhalten.

Die Interventionsgruppe umfasste 231 Patienten. Sie erhielten über 15 Tage zweimal täglich eine Kapsel eines Präparats mit Zink-Bisglycinat entsprechend 25 mg Zink. Eine Kontrollgruppe erhielt Placebo (n = 239). Alle Patienten erhielten zudem eine unterstützende Behandlung gemäß den nationalen Richtlinien, beispielsweise mit Antipyretika, Corticosteroiden, Antikoagulantien oder Sauerstoff. Patienten mit schweren Begleiterkrankungen oder solche, die bereits seit mehr als sieben Tagen vor Studienbeginn Covid-19-Symptome hatten, wurden aus der Studie ausgeschlossen.

Primäre Endpunkte waren die Sterberate, intensivmedizinische Krankenhausaufnahmen sowie die Kombination aus beidem innerhalb von 30 Tagen nach der Randomisierung. Zu den sekundären Endpunkten zählten bei den stationären Patienten (n= 190) die Dauer des Covid-19-bedingten Krankenhausaufenthalts, bei den ambulanten Patienten (n = 280) die Symptomdauer, die Notwendigkeit eines Krankenhausaufenthalts sowie die einer Sauerstofftherapie. Die ambulanten Patienten wurden hierzu während der 30-tägigen Nachbeobachtungszeit telefonisch befragt.

Zwischen der Interventions- und Placebo-Gruppe gab es keine signifikanten Unterschiede bei den Ausgangswerten. Die Verteilung der Covid-19-Schweregrade war in beiden Gruppen sehr ähnlich. Die Mehrheit der Patienten in der Interventionsgruppe (60,2 Prozent) und in der Placebogruppe (59 Prozent) litt an einem schweren Covid-19-Verlauf und benötigten zusätzlichen Sauerstoff. 34,2 Prozent der Patienten in der Zinkgruppe und 35,1 Prozent der Placebogruppe hatten einen symptomatischen Verlauf, benötigten jedoch keinen zusätzlichen Sauerstoff. Bei 5,6 Prozent (Zinkgruppe) beziehungsweise 5,9 Prozent (Placebogruppe) der Patienten verlief die Erkrankung asymptomatisch.

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