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Selbstständigkeit

Zahl der Freiberufler gestiegen

Zum 1. Januar 2020 ist die Zahl der Freiberufler um 1,3 Prozent auf 1,45 Millionen geklettert. Im Zusammenhang mit seiner Erhebung fordert der Bundesverband der Freien Berufe (BFB) mehr Wertschätzung für die Selbständigkeit.
Jennifer Evans
05.08.2020  12:00 Uhr

Mit einem Plus von 2,5 Prozent gibt es laut der neuen BFB-Statistik, die das Institut für Freie Berufe für den den Verband erhoben hat, derzeit insbesondere mehr technisch-naturwissenschaftliche Freiberufler. Ihre Anzahl ist zum Stichtag am 1. Januar 2020 von 280.000 auf 287.000 Personen gestiegen. Platz zwei belegen die freien Heilberufe mit einem Zuwachs von 1,2 Prozent. Das entspricht einer Steigerung von 421.000 auf 426.000 Personen im Vergleich zum Vorjahr.

Insgesamt gibt es mit einem Plus von 5,3 Prozent in allen Bereichen mehr selbstständige Freiberufler. Welche Auswirkungen die Coronavirus-Krise auf die Dynamik haben wird, bleibt abzuwarten. »Wir müssen alle Kräfte aufbieten, um den Gründergeist zu stärken«, betonte BFB-Präsident Professor Wolfgang Ewer mit Blick auf die neue Statistik. Die Große Koalition habe dazu zwar bereits vor der Pandemie Impulse gesetzt, etwa mit einer Umsatzsteuerbefreiung für die ersten beiden Gründungsjahre. Ewer: »Solche Projekte dürfen nicht aus dem Fokus geraten, sondern müssen beherzt angegangen und ergänzt werden.« Vor allem muss in seinen Augen die Selbstständigkeit mehr Wertschätzung erfahren. Zum Beispiel, in dem ökonomische Bildung fest im Schulunterricht verankert wird. Außerdem fordert er die Berufsorganisationen auf, Unterstützung in Sachen Neugründungen sowie Unternehmensnachfolgen zu bieten, insbesondere in diesen Krisenzeiten. Den Geist der Freiberufler lobt er. Sie tragen »die Selbstständigkeit in ihrer DNA: Sie sind fachlich und von den Interessen Dritter unabhängige und eigenverantwortliche Wissens- und Vertrauensdienstleister und tragen die volle Verantwortung für ihr Handeln.«

Friedemann Schmidt fordert Selbstbewusstsein

Auch ABDA-Präsident Friedemann Schmidt hatte beim Apothekertag im vergangenen Jahr in Düsseldorf an die Heilberufler appelliert, trotz des regulatorischen Aufwands und der Hürden gesetzlicher Rahmenbedingungen nicht den Mut zu verlieren und den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. »Wir Apotheker werden gebraucht, und wir werden gefragt. Das ist heute so und das wird auch so bleiben«, hatte er betont. Obwohl Schmidt in diesem Zusammenhang zugeben musste, dass die selbstständige Berufsausübung zuletzt an Attraktivität verloren hat. Statt als einzelner Unternehmer alleine die Verantwortung zu tragen, sieht er »kooperative Berufsausübungsformen« als ein Zukunftsmodell in der Gesundheitsbranche.

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