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Fehlstellungen bei Kindern

X- und O-Beine wachsen sich oft aus

Richtiger Zeitpunkt für OP ist entscheidend

Richtiger Zeitpunkt für OP ist entscheidend

Wichtig sei, dass der Eingriff zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt wird. Wird zu früh operiert, kann es sein, dass die Fehlstellung zurückkommt, wenn das Kind weiter wächst. Ist ein Patient bereits ausgewachsen, lässt sich über die Wachstumsfuge nichts mehr korrigieren. Zwar kann man den Knochen dann auch noch begradigen, aber der Eingriff sei ein anderer. Es wird deutlich aufwendiger und bedeutet für die Patienten, etwa sechs bis acht Wochen an Krücken zu gehen. Und das gleich zweimal, denn bei dem späteren Eingriff wird nur ein Bein zur Zeit korrigiert, erklärt der Orthopäde.

Fast immer ist bei solchen Fehlstellungen auch die Physiotherapie im Boot. Denn diese sogenannten Achsabweichungen wie X- oder O-Beine betreffen nicht nur die Knie, sondern meist auch die Füße und die Hüfte. Oft entwickelt sich daraus ein muskuläres Ungleichgewicht. «Die Gelenke sind instabil und die Gesamtstatik ist gestört», sagt Frauke Mecher. Sie ist Physiotherapeutin und spezialisiert auf die Behandlung von Kindern. So ein Zustand kann zu motorischen Unsicherheiten und Auffälligkeiten führen.

Schmerzen haben die Kinder in aller Regel nicht. Aber es fällt ihnen zum Beispiel schwer, auf einem Bein zu stehen, weil das Knie nicht auf einer Linie mit dem Fuß bleibt. Bei Kniebeugen klappen die Knie je nach Fehlstellung nach innen oder nach außen. Und manchen Kindern mit X-Beinen fallen Sportarten wie Inlineskaten oder Skilaufen schwer.

Bei einem muskulären Ungleichgewicht können Physiotherapeuten mit gezielten Übungen versuchen, die Muskulatur an den richtigen Stellen zu kräftigen. Und das Körpergefühl wird geschult: «Viele Kinder haben kein Gefühl dafür, wie zum Beispiel ihre Füße zu den Knien stehen.» Das lernen sie in der Physiotherapie. Das ist wichtig, denn: «Bewegungen passieren unwillkürlich, sie laufen nach einem gespeicherten Muster ab. Daran muss man bei Fehlhaltungen etwas ändern.»

Aber: Bei massiven Fehlstellungen hilft Physiotherapie nicht, sagt Kinderorthopäde Stücker. Gleiches gelte für Schuh-Einlagen oder Orthesen. Eine ausgeprägte Fehlstellung lasse sich nur durch eine OP korrigieren.

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