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Coronavirus-Pandemie

Wo stehen wir bei der Impfstoffentwicklung?

Der erste und in Europa bis dato einzige speziell für die Behandlung von Covid-19-Patienten zugelassene Wirkstoff ist der RNA-Polymerase-Inhibitor Remdesivir, erinnerte Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz. Die Wirksamkeit sei belegt: In der ACTT-Studie verkürzte es bei schwerkranken Patienten, die Sauerstoff brauchen, die Krankheitsdauer, allerdings ohne einen Überlebensvorteil. »Das ist nicht überraschend, denn dieser RNA-Polymerase-Inhibitor ist nicht maßgeschneidert für SARS-CoV-2. Maßgeschneiderte Inhibitoren wären viel wirksamer.« Schubert-Zsilavecz setzt auf die Kraft der Forscher: »In 2021 werden wir eine solche Substanz haben.« 

Für diese Indikation (noch) nicht zugelassen ist Dexamethason, das bei Schwerkranken, die eine Beatmung oder Sauerstofftherapie brauchen, nicht nur den Krankheitsverlauf verkürzen, sondern auch die Sterblichkeit reduzieren kann. Dies wurde in der im Juni publizierten RECOVERY-Studie gezeigt. Das Glucocorticoid müsse gezielt eingesetzt werden, denn bei leicht Erkrankten habe es keine positiven Effekte. In der aktuellen S1-Leitlinie zur intensivmedizinischen Therapie von Patienten mit Covid-19 wird ein Einsatz von Dexamethason (Dosis 6 mg/d einmal täglich für zehn Tage) bei beatmungspflichtigen Patienten mit Covid-19 (Stand Juli 2020) ausdrücklich empfohlen.

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