| Theo Dingermann |
| 31.03.2026 12:00 Uhr |
Der Konflikt reiht sich ein in die anhaltende Debatte um Preisgestaltung, Lizenzmodelle und weltweiten Zugang zu innovativen HIV-Präventionsmitteln. Gilead hat zwar Lizenzvereinbarungen mit Generikaherstellern angekündigt. Allerdings wird die Verfügbarkeit günstiger Nachahmerpräparate erst ab 2027 erwartet. Bis dahin bleibt die Versorgung in vielen Ländern begrenzt. Auch zahlreiche Staaten mit mittlerem Einkommen sowie ganz Lateinamerika sind von den Lizenzabkommen ausgenommen.
ÄoG warnen vor einer Wiederholung früherer Zugangsprobleme in der HIV-Bekämpfung. Die Organisation sieht in Gileads Haltung ein Signal dafür, dass der Zugang zu einer medizinischen Innovation weiterhin von kommerziellen Steuerungsmechanismen geprägt bleibt, obwohl der öffentliche Gesundheitsbedarf dringend und unmittelbar ist. Man habe um ein Folgetreffen mit Gilead bis zum 13. April gebeten, um zu klären, ob das Unternehmen Lenacapavir direkt verkaufen werde, zu welchem Preis dies geschehe und wann die Lieferung beginnen könne.