Ina Lucas klagte, dass sich in den vergangenen Jahren zu wenig geändert habe. »Viele von uns fragen sich, ob es sich überhaupt noch lohnt, Apotheker zu sein«, sagte Lucas. Doch die Antwort darauf sei »ja«. Die Apothekerinnen und Apotheker wollten weiter für die Arzneimittelversorgung der Patienten eintreten und neue Aufgaben übernehmen. »Doch all das kostet Geld. Deswegen sage ich, Apotheken gibt es nicht zum Nulltarif!«
Apotheken seien ein wichtiger Teil der deutschen Infrastruktur und unerlässlich für die Resilienz des Landes in Krisenzeiten. Die heutige Demonstration sei daher besonders wichtig gewesen. »Wir stehen für unabhängige Apotheken, für starke Apothekenteams, für echte Zusammenarbeit im Gesundheitswesen, für eine Versorgung, die trägt, für unsere Patientinnen und Patienten und für die Zukunft unserer Gesundheitsversorgung. Wir stehen auch für den sozialen Frieden, der ganz wesentlich auch davon abhängt, welcher Weg jetzt mit der Apothekenreform eingeschlagen wird. Wir werden nicht aufgeben. Das heute war wichtig, wir sind wichtig«, so Ina Lucas.
»Wir wollen in einem engen Miteinander ein Land schaffen, wo die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung, egal ob in Stadt oder Land, dauerhaft gut gesichert ist und die Menschen, die das tun, auch ordentlich honoriert werden«, so Mario Voigt in seiner Videobotschaft.
Die Mitgliederversammlung der ABDA hat sich Ende Februar für einen bundesweiten Protesttag entschieden. Die Apothekenproteste fanden heute in vier Städten statt. Außer Berlin gab es Proteste in München, Düsseldorf und Hannover. Auch in kleineren Orten, wie etwa im baden-württembergischen Pforzheim, fanden heute Aktionen statt. Die Arzneimittelversorgung wurde heute durch Notdienst-Apotheken sichergestellt. Viele Landesapothekerverbände wie der hessische Landesverband oder der Landesapothekerverband Sachsen-Anhalt (LAV) hatten Apotheken dazu aufgerufen, heute geschlossen zu bleiben. Die Aufsicht in Baden-Württemberg hingegen teilte mit, dass Proteste kein »berechtigter Grund« für eine Schließung seien.