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Scharfe Kritik der Apotheker
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Wiener Ärzte fordern weitgehendes Dispensierrecht 

Die Wiener Ärztekammer fordert ein »One-Stop-Konzept«, in dem Arztpraxen auch Medikamente abgeben dürfen. Scharfer Widerspruch kommt von der österreichischen Apothekerschaft, die in dem Vorstoß einen wirtschaftlich motivierten Irrweg auf Kosten der Sicherheit sehen. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 29.05.2026  13:30 Uhr

Interessenkonflikt der Ärzte 

Die Behauptung, dass es ein Problem mit der Medikamentenversorgung gebe, bezeichnet Saiko als »Fake News«. Es sei »schlicht falsch«, dass die Patienten von einer Arzneimittelabgabe in Praxen profitieren würden. »Apothekerinnen und Apothekern gelingt es immer, die Bevölkerung mit den benötigten Medikamenten zu versorgen – sogar in chaotischen, unsicheren Pandemiezeiten. Voraussetzung dafür ist nur, dass sich die Präparate in Österreich befinden«, so der Kammerpräsident. 

Internationale Studien hätten gezeigt, dass Ärztinnen und Ärzte oft mehr oder teurere Arzneimittel verschrieben, wenn sie diese auch selbst vertreiben. Dies könne negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Patienten haben und würde außerdem das Gesundheitssystem finanziell belasten. 

Die Kammer verweist auch darauf, dass viele Ärzte schon heute überlastet seien. »Die Wartezeiten auf Termine werden immer länger, die Behandlungsdauer der Patientinnen und Patienten dagegen immer kürzer. Statt aus Profitinteressen die zusätzliche Abgabe von Medikamenten in den Ordinationen zu forcieren, wäre die Standesvertretung gut beraten, über Maßnahmen zur Verbesserung der ärztlichen Beratungs- und Behandlungsdauer in den Ordinationen nachzudenken«, so Susanne Ergott-Badawi, Vizepräsidentin der Wiener Apothekerkammer. 

Außerdem fehle es den Medizinern an der notwendigen Qualifikation. »Die fachgerechte Lagerung, die Arzneimittelberatung, das Erkennen von Wechselwirkungen, die Aufklärung über Dosierung und Anwendung – all das erfordert eine eigenständige, jahrelange pharmazeutische Fachausbildung und genügend Zeit. Beides haben die Mediziner nicht«, sagt Susanne Ergott-Badawi.

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