| Paulina Kamm |
| 13.08.2026 08:00 Uhr |
Seit einem Jahr werden die globalen HIV-Hilfen gekürzt – mit weitreichenden Folgen für die Versorgungslage. / © Adobe Stock/tashatuvango
Bis 2024 wurden laut dem »HIV Market Impact Memo« der Clinton Health Access Initiative (CHAI) rund 86 Prozent aller HIV-Medikamente weltweit aus zwei Quellen finanziert: der US-Regierung und der internationalen, spendenbasierten Hilfsorganisation Globale Fonds. Neue CHAI-Daten aus Ländern Subsahara-Afrikas und Asiens zeigen, wie sich die HIV-Versorgungslage seit 2025 bis Anfang 2026 entwickelt hat.
Demnach haben seit 2025 die Finanzierungsbestrebungen beiderseits zeitgleich nachgelassen, was zwangsläufig zu einer Verlagerung der Verantwortung auf nationale Systeme führt – in einer Größenordnung, die die meisten nationalen Gesundheitshaushalte voraussichtlich nicht erreichen werden. Neue Finanzierungsmodelle seien nötig, um die HIV-Bekämpfung aufrechtzuerhalten, denn der Versorgungszustand ist laut der CHAI seither mangelhaft: Die Menschen lassen sich nicht testen. Kinder erhalten keine Behandlung. Die Prävention bricht zusammen.
Hinsichtlich des Finanzierungsabkommens zwischen den USA und elf weiteren Ländern werden demnach Rückgänge von 42 bis 97 Prozent bis 2030 vorhergesagt. Die Beträge zur HIV-Bekämpfung seitens des Globalen Fonds in 13 Ländern seien bereits um durchschnittlich 18 Prozent gesunken, meldet die Initiative.
Auch die Lieferkette der Medikamente stehe unter Druck. »Der wichtigste von den USA finanzierte Logistikbetrieb, der Lagerhaltung, Vertrieb und die Datensysteme umfasst, mit denen nachverfolgt wird, ob Medikamente die Gesundheitseinrichtungen erreichen, wird zurückgefahren. Die meisten Länder werden diese Unterstützung bis September 2026 verlieren«, so die CHAI.
Bereits Ende 2025 erhielten nach Angaben der CHAI 26.000 Kinder weniger eine HIV-Behandlung als im Jahr zuvor. Gründe hierfür seien der Personalabbau von Gesundheitshelferinnen und -helfern in den Gemeinden, Mangel an Testkits und der Kollaps spezialisierter pädiatrischer Dienste. Zusätzlich habe sich der Versorgungszugang für Menschen mit fortgeschrittener Erkrankung verschlechtert: »Die Zahl der CD4-Tests sank um 35 Prozent, in einigen Ländern sogar um mehr als 80 Prozent«, heißt es vonseiten der CHAI.