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Neue Arzneimittel
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Wie lassen sich Durchbrüche in der Pharmazie erzielen? 

Von langwierigen Prüfverfahren bis zum arztzentrierten Gesundheitssystem gibt es viele Faktoren, die die Versorgung mit modernen Arzneimitteln in Deutschland und Europa erschweren. Mögliche Lösungen wurden am Donnerstag im Rahmen der »Zeit für Forschung«-Reihe in Berlin diskutiert.
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 02.10.2026  17:40 Uhr

Wie wird Europa wieder innovativ?

In einer weiteren Runde sprachen Christian Lauterbach (Managing Director Bayer Vital) und Moderator Jan Schweitzer über die Frage, ob der Pharmastandort Europa noch dazu in der Lage ist, Innovationen zu produzieren.

Moderator Schweitzer erinnerte das Publikum an die aktuellen Probleme der europäischen Pharmaindustrie und verwies unter anderem auf die Schließung mehrerer Biontech-Werke. Für Lauterbach ist das grundsätzlich nicht verwunderlich. »Medikamentenentwicklung ist ein Hochrisikogeschäft«, so der Manager. »Und je mehr wir in die Personalisierung vorstoßen, desto größer wird das Risiko.«  Er sehe jedoch mit Sorge, dass viele Unternehmen wie Eli Lilly dem deutschen Standort den Rücken kehren, da es aufgrund der Politik viel Unsicherheit gebe.

China und die Vereinigten Staaten würden Europa zunehmend abhängen. In den USA sei die Forschungslandschaft besser mit Industrie und Kapital vernetzt. Gleichzeitig seien die Menschen risikobereiter. »In Deutschland habe ich manchmal das Gefühl, dass ich mich dafür entschuldigen muss, dass ich in der Pharmaindustrie arbeite. Dabei wollen wir tolle Dinge erfinden, die das Leben der Leute verlängern und verbessern«, sagte der Bayer-Manager.

Auch die Food and Drug Administration (FDA) trage zum Erfolg der amerikanischen Industrie bei. Verglichen mit der EMA sei die FDA schneller und mutiger, beispielsweise bei der Entwicklung von Programmen für neue Medikamente. »Und es gibt über die FDA hinaus auch Kollaborationen mit verschiedenen Ländern, um die Arbeitslast der FDA zu reduzieren und Zulassungen schneller zu ermöglichen. Da muss sich Europa besser aufstellen«, forderte Lauterbach.

Europa hat gute Chancen

China sei aus anderen Gründen erfolgreich. Hier verfolge die Regierung eine klare, langfristige Strategie und finanziere diese entsprechend. »Deswegen gibt es dort immer mehr Patente und Firmengründungen«, sagte Lauterbach. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen und Europa nicht gegensteuern, sei man bald stark von den Chinesen abhängig.

Eigentlich hätten Deutschland und Europa gute Voraussetzungen, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. »Wir haben eine fantastische Forschungslandschaft, aber wir schaffen es nicht, das in Produkte umzusetzen«, klagte der Manager. Deutschland müsse viel stärker sektorübergreifend und systemisch denken. Die Politik sehe Medikamente nur als Kostenfaktor und ignoriere die langfristigen Folgen ihrer Sparmaßnahmen.

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