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Neue Arzneimittel
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Wie lassen sich Durchbrüche in der Pharmazie erzielen? 

Von langwierigen Prüfverfahren bis zum arztzentrierten Gesundheitssystem gibt es viele Faktoren, die die Versorgung mit modernen Arzneimitteln in Deutschland und Europa erschweren. Mögliche Lösungen wurden am Donnerstag im Rahmen der »Zeit für Forschung«-Reihe in Berlin diskutiert.
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 02.10.2026  17:40 Uhr
Wie lassen sich Durchbrüche in der Pharmazie erzielen? 

Lange galt Deutschland als die Apotheke der Welt. Doch inzwischen stammen immer mehr Patente aus China oder den USA – die Bundesrepublik und ganz Europa geraten zunehmend ins Hintertreffen. Daher wurde am Donnerstagabend im Rahmen der Reihe »Zeit für Forschung« in Berlin über die Fragen diskutiert, wie sich Durchbrüche in der Pharmazie erzielen lassen und wie Europa wieder mehr Innovationen hervorbringen kann.

Für das erste Panel waren Lothar Wieler (Hasso-Plattner-Institut), Holger Reithinger (Investmentgesellschaft Forbion) und Christopher Baum (Berlin Institute of Health at Charité) eingeladen. Die Moderation übernahm der Zeit-Redakteur Jan Schweitzer.

Ein Durchbruch müsse die Menschheit wirklich voranbringen, so Christopher Baum. Als Beispiel nannte der Mediziner und Molekularbiologe die synthetische Biologie und die Verbindung der Molekulargenetik mit den Computerwissenschaften. Doch es wird immer wieder beklagt, dass viele Innovationen sehr lange brauchen, bis sie in Deutschland auf den Markt kommen. Holger Reithinger machte dafür vor allem die langwierigen Prüf- und Zulassungsverfahren verantwortlich.

Arztzentriertheit verschärft Ungleichheit

Lothar Wieler wies darauf hin, dass auch soziale Ungleichheit dafür sorge, dass medizinische Innovationen vielen Patientinnen und Patienten vorenthalten werden. »Deutschland setzt leider hohe Barrieren für Patienten, die zum Arzt oder in eine Klinik gehen wollen. Wir sind sehr stark auf den Arztberuf zentriert. Er denkt, dass er sich um alle Dinge kümmern muss. Doch bevor man zum Arzt geht, gibt es schon Wege, auf denen man sehr viel machen könnte«,  erklärte der ehemalige RKI-Präsident.

»Wenn Sie in Deutschland geimpft werden wollen, dann müssen Sie einen Arzttermin machen. Das ist zumindest für die arbeitende Bevölkerung eine Hürde, da sie zeitweilig ihren Arbeitsplatz verlassen müssen«, erklärte Wieler. In Deutschland seien die Impfquoten auch deshalb so niedrig, weil die Impfstoffe nur schlecht zu den Impfwilligen gelangen.

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