Zurück zu den KI-Chatbots: Weil sie sich allein auf Wahrscheinlichkeiten stützen, können sie mit ihren Diagnosen danebenliegen. Das kann auch dann passieren, wenn sie nicht mit allen relevanten Informationen gefüttert werden. So seien die Angaben der Nutzerinnen und Nutzer oft unvollständig, so Medizininformatik-Professor Dr. Kerstin Denecke im Interview mit der Stiftung Warentest. »Sie sagen zum Beispiel nicht ihr Geschlecht oder Alter. Oder sie geben nur die Symptome ein, die zu ihrer Vorannahme oder Angst passen.«
Wer also eine möglichst verlässliche Verdachtsdiagnose erreichen will, sollte schlau prompten, also umfassende Kommandos an den Chatbot richten. Dazu gehört, alle relevanten Hintergrundinformationen zu liefern und klar zu beschreiben, welche Art von Antwort man wünscht. Die Stiftung Warentest schlägt dafür folgenden Prompt vor:
»Ich bin weiblich/männlich, xx Jahre alt und habe folgende Vorerkrankungen: xx. Jetzt habe ich diese neuen Symptome: Art/Körperstelle, seit xx Tagen/Wochen/Monaten. Die Symptome treten vor allem auf, wenn xx. Antworte als erfahrener Allgemeinmediziner. Nenne wahrscheinliche Diagnosen zu meinen Symptomen, begründe sie und empfehle jeweils, wie dringend und bei welcher Art von Arzt ich sie abklären lassen sollte. Bleibe bei den Fakten und erfinde nichts. Erstelle eine nummerierte Liste, beginnend mit der wahrscheinlichsten Diagnose. Füge zu jeder Diagnose eine kurze Checkliste mit empfohlenen nächsten Schritten hinzu. Erkläre in verständlicher Sprache – ohne Fachbegriffe und mit kurzer Erklärung dazu.«