Wer eine möglichst verlässliche Verdachtsdiagnose erreichen will, sollte schlau prompten. / © Getty Images/JulPo
Wie gut funktioniert der Symptom-Check mithilfe von künstlicher Intelligenz? Das wollte die Stiftung Warentest für ihre gleichnamige Zeitschrift wissen und hat fünf KI-Chatbots Symptome verschiedener Erkrankungen geschildert (Ausgabe 8/2026): ChatGPT (OpenAI), Gemini (Google), Meta AI (Meta), Claude (Anthropic) sowie DeepSeek (Hangzhou DeepSeek Artificial Intelligence); alle Dienste jeweils in der kostenlosen Standardversion.
Die Testerinnen und Tester konstruierten fünf fiktive Modellfälle. So sollten die KI-Chatbots einen Bandscheibenvorfall, eine Angina pectoris, eine Depression, eine Blasenentzündung und das Restless-Legs-Syndrom erkennen und sinnvolle Handlungsempfehlungen liefern. Für die fachliche Expertise holte das Test-Team entsprechende Fachärzte beziehungsweise eine Psychotherapeutin mit ins Boot.
Am meisten konnte ChatGPT das Test-Team überzeugen. Der Chatbot lieferte in allen fünf Fällen korrekte Verdachtsdiagnosen und passende Verhaltensempfehlungen. Auf Platz zwei liegen Claude und DeepSeek, von Letzterem raten aber deutsche Datenschützer ab, so die Stiftung Warentest.
Insgesamt gaben dem Magazin zufolge drei der fünf KI-Chatbots akzeptable Antworten. Zwei zeigten Schwächen. So gab es etwa Minuspunkte für sich widersprechende Hinweise oder zu pauschale beziehungsweise zu übervorsichtige Reaktionen.
Immerhin: Bei der Schilderung von Suizidgedanken legten alle fünf Chatbots der Testerin nahe, sich professionelle Hilfe zu holen – und ließen sich nicht darauf ein, Auskunft zu Suizidmethoden zu geben. Die Tester: »Hier hat die Branche offenbar nachgebessert, nachdem einzelne Fälle bekannt geworden waren, in denen Chatbots Suizidtendenzen eher bestärkt hatten.«
Die Warentester empfehlen Chatbots für Gesundheitsfragen allerdings nur bedingt. Das liegt unter anderem am mangelnden Datenschutz. Denn: Wer einen KI-Chatbot für Gesundheitsfragen nutzt, bleibt im Ungewissen darüber, was genau mit diesen sensiblen Daten passiert. Bei allen fünf KI-Anbietern in der Auswahl ist dem Test-Team zufolge möglich, dass Daten auf Servern außerhalb Europas landen, wo Datenschutzvorschriften schwächer sind.
Was also tun? Die Stiftung Warentest rät, für Gesundheitsfragen KI-Chatbots am besten ohne Anmeldung zu nutzen. Das ist allerdings nur bei ChatGPT und Gemini möglich.
Wer sich regelmäßig online gesundheitlichen Rat einholt, kann über den Umstieg auf einen sogenannten Symptom-Checker nachdenken. Diese Anwendungen bieten besseren Datenschutz – und in vielen Fällen ebenfalls verlässliche Verdachtsdiagnosen, wie Stiftung Warentest bei einer Untersuchung Anfang 2025 herausfand. Die Symptom-Checker »Ada« und »Symptomate« lagen dabei jeweils mit der Note »gut« vorn und sind kostenlos nutzbar.