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Astra-Zeneca

Wie geht es weiter mit der Zweitimpfung?

Im »ARD Extra« betonte STIKO-Chef Mertens, dass die Einführung einer Altersuntergrenze für die Applikation des Astra-Zeneca-Impfstoffs kein deutscher Extraweg sei. »Das ist nicht nur die STIKO, und nicht nur Deutschland«, sagte der Mediziner. Auch andere europäische Länder wie Norwegen und Frankreich, aber auch Kanada hätten ihre Empfehlungen geändert.

Zum Teil wurden in anderen Ländern auch höhere Inzidenzen der Hirnvenenthrombosen ermittelt, die nach Impfung mit Astra-Zeneca in seltenen Fällen beobachtet wurden und der Grund für die Einführung der Altersbeschränkung sind. In Norwegen seien diese Sinusthrombosen mit einer Inzidenz von 1 zu 25.000 aufgetreten, also mit einer höheren Inzidenz als in Deutschland, berichtete Mertens. Insgesamt geht die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) inzwischen von einer Inzidenz von 1 zu 100.000 Geimpften aus, wie die EMA-Chefin Emer Cooke bei einer Pressekonferenz am 31. März berichtete. In dieser bestätige die Agentur ihre Einschätzung, dass der Nutzen des Impfstoffs die Risiken überwiege. Ein Kausalzusammenhang der Impfung zu der Komplikation sei noch nicht bestätigt worden. Es gebe bislang keine Grund, eine Altersbeschränkung einzuführen.

Auf diese abweichende Einschätzung der europäischen Behörde angesprochen sagte Mertens: »Dieses Sicherheitssignal existiert.« Dass dies auf europäischer Ebene nicht erkannt würde, könne auch daran liegen, dass die 27 EU-Mitgliedsstaaten unterschiedliche Meldesysteme für Nebenwirkungen hätten – mit unterschiedlicher Qualität. »Das PEI hat in Deutschland gute Arbeit geleistet und ein Risikosignal frühzeitig erkannt.«

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