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CRISPR/Cas

WHO stellt Regeln für Genomeditierung vor

Teil 4

Um Vorschläge zur Stärkung von Aufsichtsmaßnahmen machen zu können, identifiziert das Komitee zwölf Gruppen von Instrumenten, Institutionen und Prozessen. Diese reichen von Gesetzen und Verordnungen über die professionelle Selbstregulierung und die Rolle von Berufsverbänden bis hin zu öffentlicher Interessenvertretung.

Die Maßnahmen müssen jeweils auf die spezifischen Umstände der Anwender zugeschnitten werden.

Teil 5

Sieben Szenarien konkretisieren, wie die verschiedenen Komponenten des Governance-Rahmens in der Praxis zusammenkommen sollten.

Diese Szenarien beinhalten

  • somatisches Human Genome Editing in klinischen Studien für die Sichelzellkrankheit;
  • somatisches Human Genome Editing in klinischen Studien für die Huntington-Krankheit;
  • somatisches Human Genome Editing durch skrupellose Unternehmer und Kliniken;
  • somatisches Human Genome Editing und epigenetisches Editing zur Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit;
  • vererbbares Human Genome Editing;
  • vererbbares Human Genome Editing durch skrupellose Unternehmer und Kliniken, die Genome Editing benutzen, um die Möglichkeiten einer assistierten Reproduktion auszuweiten;
  • klinische Studien zum In-Utero-Human-Genome-Editing für zystische Fibrose

Teil 6

Im letzten Abschnitt werden Überlegungen zur erfolgreichen Umsetzung von Aufsichts- und Steuerungsmaßnahmen für Human Genome Editing angestellt. Eine Herausforderung wird darin bestehen, dass Good Governance für den Bereich stark vom jeweiligen Kontext abhängt. Somit können sich die Regelungen auf institutioneller, nationaler, regionaler und globaler/internationaler Ebene durchaus unterscheiden.

Im Fokus der Regelungen sollte stehen, das Vertrauen der Öffentlichkeit in diese Technologie zu fördern, indem durch die Governance-Regeln sichergestellt wird, dass Entscheidungen auf transparente und integrative Weise getroffen werden.

Wichtig ist es zudem, dass das Regelwerk immer wieder auf Aktualität überprüft wird. Die WHO schlägt vor, mindestens alle drei Jahre eine Expertengruppe einzuberufen, um diesem Anliegen nachzukommen.

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