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Bericht mahnt Reformen an

WHO: Europas Pandemie-Politik zu kurzsichtig

Eine Kommission der Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Länder in Europa und darüber hinaus zu umfassenden Reformen ihrer Gesundheitssysteme aufgerufen. Trotz wiederholter Warnungen vor einer globalen Pandemie sei die Welt nicht auf das Ende 2019 aufgetretene Coronavirus vorbereitet gewesen, erklärte das WHO-Regionalbüro Europa am heutigen Freitag. 
dpa
10.09.2021  10:40 Uhr

Anlass ist die Veröffentlichung eines Abschlussberichts der vom italienischen Ex-Ministerpräsidenten Mario Monti geleiteten Kommission, die während der Pandemie eingesetzt worden war. Voneinander abweichende und fehlerhafte politische Schritte hätten dazu geführt, dass die Folgen von Covid-19 katastrophal gewesen seien und es weiter blieben. Mehr als 1,2 Millionen Menschen seien in Verbindung mit einer Corona-Erkrankung in der europäischen Region gestorben, die Wirtschaft habe zudem einen beispiellosen Abschwung erlebt, der selbst die globale Finanzkrise 2008 in den Schatten stelle. Die gemachten Fehler dürften sich nicht wiederholen.

»Wir können nicht zulassen, dass eine andere Pandemie die Welt in die Knie zwingt, und müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um zu verhindern, dass eine Katastrophe gleichen Ausmaßes noch einmal passiert«, erklärte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge. Größte Herausforderung sei nicht das Finden erfolgreicher Strategien gewesen, sondern das kollektive Unvermögen, diese Strategien effektiv umzusetzen. Die EU-Kommission hatte bereits Ende vorigen Jahres einen so genannten Pandemieplan vorgelegt, mit dem effektiver auf Pandemien und andere Gesundheitsbedrohungen reagiert werden sollte. Danach sollte es etwa möglich sein, den EU-Notstand auszurufen, mit dem eine engere Koordinierung möglich werden sollte.  Auch die Europäische Arzneimittelkommission EMA erhielt demnach mehr Kompetenzen.

Die von Monti geführte Kommission, die offiziell Paneuropäische Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung heißt, wurde im August 2020 von der WHO Europa eingesetzt, um Lehren aus der Pandemie zu ziehen und Verbesserungsvorschläge auszuarbeiten. In ihrem nun vorgelegten Abschlussbericht empfahl sie mehrere umfassende Reformen der Gesundheits- und Sozialsysteme: Gemäß eines »One Health«-Konzepts müsse unter anderem die Verflechtung der Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und ihrer gemeinsamen Umwelt anerkannt werden, schrieben die Experten.

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