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Conn-Syndrom

Wenn der Blutdruck einfach nicht runter will

Zur Erinnerung: Das Hormon Aldosteron ist im Zusammenspiel mit anderen Hormonen im Rahmen des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) für die Regulierung des Wasserhaushalts im menschlichen Organismus zuständig. Gerät dieses System durch Aldosteron-Überproduktion ins Ungleichgewicht, wird also pathophysiologisch Flüssigkeit zurückgehalten, so steigt der Blutdruck.

Das klinische Bild des Conn-Syndroms (benannt nach dem amerikanischen Internisten Jerome W. Conn) ist jedoch nicht nur vom Hauptsymptom Hypertonie sowie Folgeerkrankungen an Herz, Nieren, Gefäßen und Augen bestimmt. Des Weiteren, so die DGE, kann eine Hypokaliämie vorliegen, durch die es je nach Ausprägung zu Muskelschwäche, Muskelkrämpfen, Herzrhythmusstörungen und Obstipation sowie Polydipsie und Polyurie durch hypokaliämisch bedingte Schäden an den Nieren kommen kann.

Auch eine Störung des Säure-Basen-Haushalts im Körper mit Verschiebung des pH-Werts in den alkalischen Bereich kann auftreten. Die Trias aus Bluthochdruck, Hypokaliämie und Alkalose finde sich allerdings nur bei etwa einem Drittel der Betroffenen. In der Mehrzahl der Fälle bleibe die Hypertonie das einzige Symptom.

Bei Patienten mit therapieresistentem Bluthochdruck und somit Verdacht auf ein Conn-Syndrom komme daher der Bestimmung von Aldosteron und Renin und somit des Aldosteron/Renin-Quotienten im Serum und Plasma, des Weiteren dem Kochsalzbelastungs-, dem Fludrocortison-Suppressions- und dem Captopril-Test Bedeutung zu. Zudem kann zur Ursachenfindung unter anderem die Bildgebung mittels Kernspin- (MRT) oder Computertomographie (CT) notwendig werden.

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