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Schlaganfall-Prophylaxe

Weniger salzen – dem Gehirn zuliebe

Weltweit steigt der Anteil der Schlaganfall-Patienten unter 70 Jahren. Experten sehen den Grund in ungesunder Lebensweise. Ein leicht beeinflussbarer Risikofaktor ist dabei die tägliche Kochsalzzufuhr.
Christiane Berg
25.10.2021  07:00 Uhr

Seit 30 Jahren nimmt die Inzidenz, Prävalenz und Sterblichkeit sowie die krankheitsbedingt verminderte Lebensqualität durch Schlaganfälle weltweit stark zu. Dabei ist die Zahl akuter zerebraler Insulte seit 1990 um circa 70 Prozent und die Zahl Schlaganfall-bedingter Todesfälle um 43 Prozent gestiegen. Etwa 85 Prozent mehr Menschen als zuvor leben mit den Folgen eines Schlaganfalls. Diese hohen Zahlen sind zwar der Zunahme der Weltbevölkerung und dem demografischen Wandel geschuldet. So ist die Zahl der Menschen auf der Erde von 5,32 Milliarden im Jahr 1990 auf 7,79 Milliarden in 2020 bei gleichzeitiger Zunahme der Lebenserwartung gestiegen. Doch trifft es verhältnismäßig auch immer mehr jüngere Menschen.

»Besorgniserregend ist der Anstieg der Schlaganfallrate in Niedriglohnländern sowie der überproportionale Anstieg der Neuerkrankungsrate und Krankheitshäufigkeit in der Gruppe der unter 70-jährigen Menschen«, macht die Deutsche Gesellschaft für NeurologieDGN in einem Pressestatement anlässlich des Welt-Schlaganfall-Tages am 26. Oktober deutlich. Während bei den Älteren die relative Neuerkrankungsrate sogar um 17 Prozent zurückgegangen sei, sei bei den Unter-70-Jährigen ein Anstieg um 15 Prozent verzeichnet worden. Die »Verjüngung« der Betroffenen könnte der weltweiten Zunahme der Risikofaktoren geschuldet sein, so die DGN mit Verweis auf die vor Kurzem im Fachjournal »The Lancet« veröffentlichten Global Burden of Disease (GBD)-Study.

Diese zeige weltweit eine dramatisch ansteigende Schlaganfall-bedingte Krankheitslast, also Inzidenz, Prävalenz, verlorene gesunde Lebensjahre (Disability-Adjusted Life Years = DALY) und Sterblichkeit an. In absoluten Zahlen heißt das: Im Jahr 2019 wurden gemäß der GBD-Daten aus 204 Ländern 12,2 Millionen Schlaganfälle und 101 Millionen Betroffene registriert, die von zahlreichen Folgeerkrankungen, Komplikationen und Behinderungen betroffen waren und sind. Schlaganfälle sind mit 11,6 Prozent global die zweithäufigste Todesursache nach ischämischen Herzerkrankungen.

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