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Gesundheitsbranche
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Weniger Frauen in Top-Positionen

Im Vergleich zu 2015 ist der Anteil weiblicher Führungskräfte in der Gesundheitswirtschaft gesunken. Insbesondere im Politikbereich sowie im Krankenhausbetrieb fehlen Frauen in Top-Positionen. In die richtige Richtung ging es jedoch bei der Pharmaindustrie und bei den Verbänden, zeigt eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft PwC.
AutorKontaktCharlotte Kurz
Datum 27.10.2020  16:58 Uhr
Pharmaindustrie: Höherer Frauenanteil als noch 2015

Pharmaindustrie: Höherer Frauenanteil als noch 2015

Eine positive Entwicklung ist bei den Pharma-Konzernen zu beobachten: Hier ist jede fünfte Topführungskraft weiblich. Und in diesem Bereich hat sich der Anteil von Frauen in Top-Positionen um fünf Prozent im Vergleich zu 2015 (15 Prozent) verbessert. Auch bei den Verbänden ist der Anteil von Frauen in den Vorstands-, Geschäftsführungs- oder Aufsichtsratsebenen von 22 auf 29 Prozent gestiegen.

Anders sieht es jedoch im Bereich von Politik und Behörden aus. Dort liegt der aktuelle Anteil von Frauen in der mittleren und oberen Führungsetage bei 28 Prozent und ist damit um neun Prozent gegenüber 2015 gesunken. Auch hier zeigt sich das Phänomen, dass in den Bereichen PR und Öffentlichkeitsarbeit mehrheitlich Frauen arbeiten, diese allerdings nur zu 28 Prozent von Frauen geleitet werden. 2015 war dieses Sparte noch mit 46 Prozent weiblichem Führungspersonal besetzt. Daniela Behrens,  Leiterin der Abteilung Gleichstellung im Bundesfamilienministerium, sieht diese Entwicklung als inakzeptabel an: »Männliche Monokulturen spiegeln nicht die Gesellschaft wider und sind nicht zeitgemäß. Studien zeigen, dass gemischte Führungsteams erfolgreicher sind als reine Männerclubs.« Im Gesundheitssektor bestehe demnach dringender Handlungsbedarf. 

Politik sieht Handlungsbedarf

Die Bundesregierung hatte sich in ihrem Koalitionsvertrag aus dem Jahr 2018 dazu verpflichtet, bis 2025 Leitungsfunktionen im Öffentlichen Dienst gleichberechtigt zu besetzen. Allerdings gehen die Vorstellungen, wie dies erreicht werden könne, innerhalb der Regierung auseinander. Insbesondere über verbindliche Quoten kann sich die Bundesregierung aktuell nicht einigen. Im Juli verabschiedete das Bundeskabinett jedoch eine erste, ressortübergreifende Gleichstellungsstrategie.

Die Analyse von PwC beruht auf Daten von rund 3000 Krankenhäusern und Rehakliniken, 3800 Unternehmen im Bereich der Kassen und privaten Krankenversicherungen sowie der Pharmaindustrie und Medizintechnik. Rund 1200 Verbände wurden ebenfalls in der Analyse berücksichtigt. Für den Politikbereich analysierte PwC 190 Bundes- und Landesministerien mit zugehörigen Ausschüssen, Fraktionen oder Behörden, die sich mit Gesundheitsthemen beschäftigen.

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