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ABDA-Zahlen zu 2020

Weniger Apotheken, höhere Betriebsergebnisse, mehr Versand

Wie besonders das Jahr 2020 aus wirtschaftlicher Sicht für die Apotheken war, bescheinigte auch der DAV-Wirtschaftsexperte Eckart Bauer. Wie üblich, bezog sich Bauer in seinen Darstellungen auf die Daten der Treuhand Hannover – inzwischen würden mehr als 2600 Betriebsergebnisse dafür analysiert. Laut Bauer lag der Umsatz der »durchschnittlichen Apotheke« im vergangenen Jahr bei rund 2,78 Millionen Euro (2019: 2,59 Millionen Euro). Bauer merkte allerdings an, dass dies nur bedingt repräsentativ sei, weil rund 60 Prozent der Apotheken unter dieser Umsatzschwelle liegen.

Mit Blick auf das Betriebsergebnis vor Steuern erklärte Bauer zunächst, dass die Personalkosten im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 10,1 Prozent lagen und somit leicht gesunken sind. Der Personalkostenanteil am Rohgewinn lag bei rund 45 Prozent. Das steuerliche Betriebsergebnis der Durchschnittsapotheke sei von rund 148.000 (2019) auf 168.000 (6,1 Prozent vom Netto-Umsatz) gestiegen. Seit 2011 ist das Betriebsergebnis der Apotheken somit kontinuierlich gestiegen – damals lag es noch bei rund 105.000 Euro.

Der DAV-Wirtschaftsexperte erklärte die für die Apotheken positiven Entwicklungen in erster Linie mit der Coronavirus-Pandemie und erinnerte an die Erhöhung der Notdienstpauschale und die 2020 neu eingeführte Botendienstpauschale. Ohne diese beiden Maßnahmen wäre das Betriebsergebnis unverändert gewesen. Die Einrechnung der Masken-Abgabe in die Betriebsergebnisse sei äußerst kompliziert, weil die Vergütung genau über den Jahreswechsel erfolgte. Zur Erinnerung: Die erste Pauschale der Masken-Versorgung bekamen die Apotheken im Dezember 2020 ausgezahlt, im Frühjahr 2021 startete dann die Abrechnung der Masken-Pakete über die Rechenzentren. Mit Blick auf das Jahr 2021 erklärte Bauer, dass er ein Betriebsergebnis zwischen 2019 und 2020 erwarte. So würden die Gewinne durch die sinkende Apothekenzahl tendenziell weiter steigen. Auch die Coronavirus-Sondereffekte (Testen, Masken, Impfstoff-Versorgung) würden sich auswirken. Gleichzeitig sei aber mit einem weiter wachsenden Versandhandel und einer Rückkehr zur »politikgetriebenen Branchenlage« zu rechnen.

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