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Welche Rolle spielen Apotheker im Epidemiefall?

Der Weltapothekerverband FIP hat eine Leitlinie dazu herausgegeben, wie öffentliche Apotheken weltweit mit der aktuellen Coronavirus-Epidemie umgehen sollen.
Daniela Hüttemann
07.02.2020  11:30 Uhr

Apotheken seien häufig die erste Anlaufstelle im Gesundheitssystem für Menschen mit gesundheitlichen Fragen. Den öffentlichen Apotheken komme daher im Epidemiefall eine wichtige Aufgabe zu, die Bevölkerung mit  zuverlässigen Informationen und Ratschlägen zu versorgen, konstatiert der Weltapothekerverband in einer Pressemitteilung. Und natürlich spielen auch die Krankenhausapotheken bei einer Epidemie eine entscheidende Rolle für die Versorgung und Seuchenkontrolle. Zudem arbeiten auch viele Apotheker in klinischen Laboren.

»Es ist wichtig, dass das gesamte pharmazeutische Personal weltweit gut informiert und vorbereitet ist«, betont Jane Dawson, die eine entsprechende Taskforce beim FIP leitet. Um die Apotheker bei ihren Aufgaben angesichts der Coronavirus-Epidemie zu unterstützen, hat der Weltverband Leitlinien und Infomaterial zusammengestellt, die unter www.fip.org/coronavirus in verschiedenen Sprachen zu finden sind. Die Unterlagen hat eine Taskforce des FIP infolge der Erklärung einer weltweiten Notlage durch die Weltgesundheitsorganisation WHO erstellt. An der Leitlinie haben auch ein chinesischer Virologe sowie der chinesische Apothekerverband inklusive dort klinisch tätiger Pharmazeuten mitgearbeitet.

Darin sind unter anderem präventive Maßnahmen beschrieben, wie und wann zum Beispiel Atemschutzmasken zum Einsatz kommen sollten oder wie eine effektive Desinfektion zu erfolgen hat. Der FIP gibt aber auch Hilfestellung, welche Arzneimittel und Materialien die Apotheken auf Vorrat halten sollten, welche Ratschläge Apotheker erteilen können und wie die Labortestung abzulaufen hat.

So empfiehlt das Dokument Krankenhausapotheken, basierend auf den chinesischen Leitlinien, eine Bevorratung mit Lopinavir/Ritonavir, Ribavirin, rekombinantem humanem Interferon α-1b, α-2a und α-2b, Ibuprofen und Methylprednisolon sowie Mitteln zur Behandlung gastrointestinaler Beschwerden, antitussiven und schleimlösenden Mitteln sowie Antiasthmatika gemäß der Hausliste. Die Liste enthält auch empfehlenswerte Präparate aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM).

Ein weiterer Anhang beschreibt, welche Desinfektionsmittel für verschiedene Zwecke empfohlen werden (Oberflächen, Hände, Haut, Schleimhäute und mehr). Auch Anweisungen zur Defektur von Desinfektionsmittels zur Händedesinfektion mit Fotos genauen Schritt-für Schritt-Erklärungen sind zu finden.

Ein Poster enthält einen Entscheidungsbaum für die Beratung in der Apotheke. Der FIP bietet darüber hinaus am Montag, 10. Februar um 08:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit sowie um 17:00 ein Webinar mit dem Titel »Coronavirus 2019-nCoV: How can pharmacists help control the outbreak?« an. Interessierte Apotheker können sich hier registrieren.

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