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Restless-Legs-Syndrom
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Welche Medikamente helfen, welche verschlimmern?

Über- und zugleich unterdiagnostiziert: Ein Restless-Legs-Syndrom ist nicht immer einfach zu erkennen. Zumal es Arzneistoffe gibt, die ähnliche Symptome auslösen können, und indizierte Dopaminergika bei zu hoher Dosierung ein RLS verschlimmern können.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 27.11.2020  18:00 Uhr

Nächste und letzte Option Oxycodon 

Die Zweitlinientherapie nach Versagen der dopaminergen Therapie ist Oxycodon/Naloxon (Targin® Retardtabletten). Die Dosierung mit initial zweimal täglich 5 mg Oxycodon ist niedrig. Der Referent warnte vor einem häufigen Fehler: die Tablette mit der 12-Stunden-Retardgalenik nur alle 24 Stunden zu geben. Dann entstehe kein Steady-state und der Patient erlebe jeden Tag einen Opioid-Entzug. Möglich sei aber eine Dosisreduktion tagsüber, zum Beispiel morgens 5 mg und abends 10 mg Oxycodon.

Off Label werden Gabapentin und Pregabalin eingesetzt, wobei die Hauptdosis abends gegeben wird. Laut Zieglmeier könnten sie in der neuen Leitlinie, die für Mitte 2021 erwartet wird, zur Therapie der zweiten Wahl werden, obwohl sie für die Indikation RLS nicht zugelassen sind. Bei Komorbidität von RLS und Angststörungen sei Pregabalin ideal, denn es wirke bei RLS und sei bei generalisierten Angststörungen zugelassen.

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