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Erektionsstörungen

Wechselwirkungen von PDE-5-Hemmern und Nitraten untersucht

Verordnung von Potenzmitteln bei Herzpatienten steigt an

Verordnung von Potenzmitteln bei Herzpatienten steigt an

Die Autoren machten eine zweite interessante Beobachtung bei der Auswertung der Studiendaten: Sie konnten einen deutlichen Anstieg der durchschnittlichen jährlichen Verschreibungsraten von PDE-5-Hemmern bei allen Patienten mit IHD feststellen. Insgesamt stiegen die Verordnungen um das Zehnfache von durchschnittlich 3,1 auf 30,9 Verschreibungen pro 100 Personen pro Jahr. Ebenso wurde in der Untergruppe, die Nitrate erhielt, ein 20-facher Anstieg von 0,9 auf 19,7 Verordnungen registriert. Unter den Patienten, die mit einem Nitrat behandelt wurden, erhielten 9,0 Prozent mindestens einen PDE-5-Hemmer, während 2,7 Prozent mindestens fünf PDE-5-Verordnungen innerhalb der ersten drei Jahre nach Beginn der Nitratbehandlung einlösten.

Obwohl diese datenbankbasierte Studie keine Signale liefert, dass eine gleichzeitige Einnahme eines Nitrats mit einem PDE-5-Hemmer ein kardiovaskuläres Ereignis auslöst, gehen die Autoren nicht so weit, dass sie die Interaktion negieren. Sie fordern vielmehr weitere Studien, an der sowohl die verschreibenden Ärzte als auch die Patienten beteiligt sind.

Die Ergebnisse und Interpretationen dieser Studie sind nur in einem ambulanten Umfeld anwendbar. Daher können die Daten nicht die wichtige klinische Frage einer Behandlung mit einem Nitrat bei Angina-pectoris-Patienten beantworten, die kurz zuvor einen PDE-5-Hemmer eingenommen haben.

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