In Mexiko ist ein Mann nach dem Baden in einem See verstorben. Doch der verursachende Parasit kommt weltweit vor. / © shutterstock/LumenandLines
Nach dem Tod eines Mannes in Mexiko durch eine seltene Infektion mit der sogenannten hirnfressenden Amöbe haben die Behörden im Bundesstaat Yucatán sechs künstlich angelegte Seen gesperrt. In sechs von neun untersuchten Gewässern der Stadt Mérida wurden Einzeller der Gattung Naegleria nachgewiesen, zu der auch der hochgefährliche Parasit Naegleria fowleri gehört, teilte Yucatáns Gesundheitsminister Alberto Alcocer mit.
Ein 34 Jahre alter Mann war im September an einer durch Naegleria fowleri verursachten Hirninfektion gestorben. Er hatte als Wasserskilehrer an einem künstlichen See gearbeitet, in dem der Erreger nachgewiesen wurde. Alle sechs betroffenen Gewässer werden für Freizeitaktivitäten genutzt.
Infektionen mit dem Parasit Naegleria fowleri, der zu den Wurzelfüßlern (Rhizopoden) zählt, sind extrem selten, verlaufen jedoch fast immer tödlich. Der fakultative Parasit kann den Menschen befallen und kommt weltweit vor. Laut Angaben des Robert Koch-Instituts ist der Organismus besonders in den Subtropen und Tropen verbreitet. Der Parasit breitet sich hauptsächlich in warmen Gewässern aus und bildet dort kleinere Kolonien.
Beim Schwimmen kann er über die Nase entlang des Riechnervs in das Gehirn eines Menschen gelangen. Dort kann er Hirnhautentzündungen (Primäre Amöben-Meningoenzephalitis, kurz PAME) hervorrufen. PAME kann innerhalb von drei bis sieben, spätestens 14 Tagen nach der Infektion plötzlich ausbrechen. Nach massivem Auftreten von Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Nackensteifheit kommt es zu einer pyogenen Meningoenzephalitis, gefolgt von Koma und dem Tod innerhalb einer Woche. Betroffen sind vor allem Kinder und junge Erwachsene. Der Parasit kommt weltweit vor, Schwerpunkte bestehen in Australien, Frankreich und den USA.