| Alexandra Amanatidou |
| 14.10.2026 15:30 Uhr |
Beim Kassengipfel in Berlin sprachen der Präsident der ABDA, Thomas Preis (rechts), und der Präsident des Verbands der forschenden Pharmaunternehmen (vfa), Han Steutel (links), über die Versorgungssicherheit und medizinische Innovationen in Deutschland. / © Screenshot vom Kassengipfel 2026
Beim letzten Panel des diesjährigen Kassengipfels drehte sich alles um medizinische Innovationen und Versorgungssicherheit. Thomas Preis betonte, dass immer weniger Innovationen nach Deutschland kommen. Er nannte ein Beispiel aus seinem Apothekenalltag. So hätten Patientinnen und Patienten seiner Apotheke Medikamente aus den USA importiert und selbst bezahlt, da diese in Deutschland nicht verfügbar waren. »Menschen möchten gut versorgt werden«, sagte er. Er betonte jedoch auch, dass das Gleichgewicht mit den Ausgaben der GKV im Auge behalten werden müsse.
Han Steutel schloss aus, dass Deutschland erneut zur »Apotheke der Welt« werden könne. »Es geht darum, wie wir uns in der Zukunft positionieren können«, so der vfa-Präsident. »Ich will optimistisch sein.« Zwar habe Deutschland eine gute Grundlagenforschung, dennoch seien gute Rahmenbedingungen nötig. Innovationen sollten seiner Meinung nach nicht als Kostenfaktor betrachtet werden.
Mit Blick auf die angekündigten Investitionen von Bayer und Boehringer Ingelheim in den USA sagte er, dass Deutschland für Firmen, die in Europa forschen und produzieren möchten, attraktiver werden müsse. Er plädierte für mehr Investitionen ausländischer Firmen. Die forschende Pharmaindustrie sei eine der wenigen klassischen Branchen mit einer guten Zukunft.
Preis betonte jedoch, dass die Standortpolitik in die Zuständigkeit des Wirtschafts- und Finanzministeriums falle und nicht in die des Gesundheitsministeriums. Steutel sieht das ein, antwortete aber, dass die GKV keine Eingriffe vornehmen sollte, um Investitionen aus Deutschland zu vertreiben.