| Alexandra Amanatidou |
| 23.04.2026 13:15 Uhr |
(v.l.n.r.) Moderatorin Laura van der Wees, Jochen Hampe (Universitätsklinikum Dresden), Philipp Stoffers (Hasso-Plattner-Institut), Agnes E. Uhr (Bertelsmann Healthcare Investments) und Bernd Weber (Universitätsklinikum Bonn). / © PZ/ Alexandra Amanatidou
Dass es der letzte Tag der Messe ist, merkt man bereits auf dem Weg vom Bahnhof zum Messegelände. Oder besser gesagt: Man hörte es an den Koffern. Man hatte fast das Gefühl, in einem Kofferschwarm gefangen zu sein.
Über die Anzahl der Zuhörerinnen und Zuhörer der einzelnen Sessions konnte man sich jedoch nicht beklagen. So auch beim Panel »Von der Forschung zum Geschäftsmodell: Wie Innovationen marktfähig werden«, das ziemlich voll war.
Beim Panel diskutierten Jochen Hampe vom Universitätsklinikum Dresden, Philipp Stoffers vom IT-Institut Hasso Plattner, Bernd Weber vom Universitätsklinikum Bonn und Agnes E. Uhr von Bertelsmann Healthcare Investments über Innovationen und deren Finanzierung.
Es kann für Innovationen schädlich sein, zu lange auf den Markteintritt zu warten. Das war die einhellige Meinung des Panels.
Bernd Weber nannte dabei ein Beispiel aus eigener Erfahrung. An der Universität Bonn gab es ein innovatives Produkt, das einen Vorsprung gegenüber seinen Konkurrenten hatte. Doch weil die Diskussion über das Patent an der Universität zu lange gedauert hat, verlor es diesen Vorteil und kam spät auf den Markt. »Es ist gut, dass es Rahmenbedingungen gibt und man nicht immer neu verhandeln muss. Denn dann ist es auch schon zu spät«, sagte er. Universitäten sollten laut Weber Prioritäten setzen. Möchten sie möglichst viel mit Patenten und Innovationen verdienen – was für ihn unrealistisch ist – oder möchten sie gründerfreundlich sein?
Auch Jochen Hampe ist der Meinung, dass Einnahmen keine geeignete Motivation für die Finanzierung von Start-ups durch Institutionen darstellen. »Besser ist es, Innovationen cool zu finden und sie fördern zu wollen«, sagte er. Ob ein Patent sinnvoll ist oder nicht, hängt laut Hampe vom Modell ab. »Bei reinen digitalen Modellen zählt Geschwindigkeit, aber in der Robotik macht es zum Beispiel auch Sinn, ein Patent anzumelden«, sagte er.