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Winter- oder Sommerzeit
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Was wäre dauerhaft gesünder?

Über die Abschaffung der Zeitumstellung wird seit Jahren diskutiert, vor jeder anstehenden aufs Neue. Allerdings wäre die oft favorisierte Lösung wohl keineswegs die gesündere. Das zeigt eine neue Übersichtsarbeit.
AutorKontaktdpa
Datum 07.10.2026  11:00 Uhr
Umstellungen wurden zurückgenommen

Umstellungen wurden zurückgenommen

Für ihre Analyse zogen die Autoren auch Erfahrungen aus anderen Ländern heran. Die USA führten demnach schon einmal – während der Energiekrise 1974 – eine dauerhafte Sommerzeit ein, nahmen dies aber innerhalb eines Jahres wieder zurück. Als Gründe werden Widerstand gegen dunkle Wintermorgen und Sorgen um Kinder auf dem Schulweg vor Sonnenaufgang genannt. Auch Russland sei nach einer 2011 eingeführten dauerhaften Sommerzeit 2014 wieder davon abgekehrt, Chile habe einen entsprechenden Schritt aus dem Jahr 2015 ebenfalls rückgängig gemacht.

»Sollten sich Regierungen für die dauerhafte Sommerzeit entscheiden, müssen sie die Konsequenzen bereits vor dem ersten Winter einplanen – von sichereren Arbeits- und Schulwegen am Morgen und flexiblen Anfangszeiten bis hin zur Überwachung von Schlaf, psychischer Gesundheit und Verletzungsrisiken«, so Mitautorin Dr. Alexandra Choi von der regionalen Gesundheitsbehörde Vancouver Coastal Health.

Tagesrhythmus orientiert sich am Sonnenaufgang

Professor Dr. Jorge Mira von der Universität von Santiago de Compostela und Professor Dr. José María Martín-Olalla von der Universität von Sevilla gaben in einem Beitrag in der Fachzeitschrift »Open Science« der britischen Royal Society zu bedenken, dass der Tagesrhythmus sich natürlicherweise stets am Sonnenaufgang orientiert. Das belegten aktuelle und historische Beispiele von Gesellschaften mit späterer Aktivität im Winter und früherer Aktivität im Sommer.

Eine Analyse von schwedischen Daten aus dem Jahr 1746 zum Beispiel zeige, dass die Menschen im Sommer dreieinhalb Stunden eher aufstanden als im Winter. Auch in tropischen Gesellschaften ohne Zugang zu künstlichem Licht lägen die Aufstehzeiten in der Regel in der Morgendämmerung, die Schlafenszeit in der Regel etwa drei Stunden nach Sonnenuntergang, erläuterten die Wissenschaftler im vergangenen Jahr.

Sie brachten eine Idee ins Spiel: die Zeitumstellung selbst zu verschieben. Das erste April-Wochenende sei für das Umstellen im Frühjahr besser geeignet als der letzte Sonntag im März, sagen zwei spanische Forscher. Dann würden günstigere morgendliche Lichtverhältnisse für einen guten Start in den Tag erreicht. Aus physiologischer Sicht wäre es zudem sinnvoll, die Sommerzeit in der EU Anfang statt Ende Oktober enden zu lassen.

 

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