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Onkologische Supportivtherapie
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Was können Apotheker beitragen?

Bei Patienten, die eine intravenöse Tumortherapie erhalten, kann eine fehlerhaft umgesetzte supportive Therapie die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) einschränken. Ob eine pharmazeutische Betreuung mit Fokus auf die Supportivtherapie zu einer Steigerung der AMTS beiträgt, wird im Promotionsprogramm Klinische Pharmazie am LMU Klinikum München untersucht.
AutorKontaktLarissa Weller
Datum 11.05.2026  07:00 Uhr
Was können Apotheker beitragen?

Während einer medikamentösen Tumortherapie kann eine Vielzahl von unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAW) auftreten. Dazu zählen Veränderungen des Blutbilds, gastrointestinale UAW und Symptome, die die Haut und ihre Anhangsorgane wie Haare und Nägel betreffen. Diese UAW können die Lebensqualität der Patienten mindern und die Durchführung der Tumortherapie erschweren. Hinzu kommen die individuell verschiedenen Begleiterscheinungen der Tumorerkrankung selbst.

Die supportive Therapie hat zum Ziel, UAW der Tumortherapie und Begleiterscheinungen der Erkrankung vorzubeugen und diese zu behandeln. Richtig umgesetzt, kann sie die Durchführung einer medikamentösen Tumortherapie ermöglichen.

Leitlinienempfehlungen zur supportiven Therapie werden jedoch nicht immer umgesetzt. Außerdem können Diskrepanzen bezüglich der Einschätzung von behandlungsbedürftigen Symptomen zwischen Ärzten und Patienten bestehen. Beides kann die AMTS bei der supportiven Therapie einschränken.

Im Behandlungsalltag ergeben sich häufig Fragen zur medikamentösen supportiven Therapie: Welches Arzneimittel sollte zur Behandlung des akneiformen Exanthems während einer Therapie mit EGFR-Inhibitoren eingesetzt werden? Kann eine Hartkapsel mit Aprepitant über eine Sonde verabreicht werden? Gibt es Möglichkeiten, einer Chemotherapie-induzierten Alopezie medikamentös vorzubeugen?

Noch nicht Teil der Routineversorgung

An dieser Stelle können Apotheker mit ihrer Arbeit ansetzen. Internationale Daten zeigen, dass eine pharmazeutische Betreuung von onkologischen Patienten die AMTS steigern kann. In Deutschland ist eine solche pharmazeutische Betreuung aber noch nicht Teil der Routineversorgung.

In der onkologischen Tagesklinik des LMU Klinikums München wird untersucht, ob eine pharmazeutische Betreuung mit Fokus auf die supportive Therapie (supportive care Pharmacist Consultation Service, scPCS) zu einer Steigerung der AMTS beitragen kann. Das Projekt richtet sich an Patienten mit soliden Tumorerkrankungen, die eine intravenöse Tumortherapie beginnen.

Die pharmazeutische Betreuung durch den scPCS soll alle am Therapieprozess Beteiligten unterstützen: Ärzte werden evidenzbasiert zur medikamentösen supportiven Therapie beraten. Das Stationspersonal wird zu Supportivmaßnahmen geschult. Patienten erhalten Beratung zum Umgang mit UAW und Begleiterscheinungen der Tumorerkrankung. Dabei werden Patient-reported Outcomes (PRO), also von Patienten selbst berichtete Gesundheitsinformationen, mit einbezogen.

THEMEN
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