| Sven Siebenand |
| 05.08.2026 16:20 Uhr |
Bei der kutanen Myiasis befallen die Larven bestimmter Fliegenarten die Haut. Die Erkrankung kommt insbesondere in Afrika südlich der Sahara, in Mittel- und Südamerika sowie in weiteren tropischen und subtropischen Regionen vor. Je nach Fliegenart gelangen die Eier auf unterschiedlichen Wegen zum Menschen. Sie können beispielsweise auf im Freien trocknender Kleidung abgelegt werden. Andere Fliegen nutzen kleine Stechmücken als Transportwirte, die sich dem Menschen unbemerkt nähern. Nach dem Schlüpfen bohren sich die Larven in die Haut.
An der betroffenen Stelle entwickelt sich eine geschwürartige Hautveränderung mit einer kleinen Öffnung. Starker Juckreiz, gelegentliche Schmerzen und die Absonderung von Sekret gehören zu den möglichen Symptomen. Mitunter ragen kleine weiße Abschnitte der Larve aus der Wunde heraus. Charakteristisch ist zudem, dass Betroffene Bewegungen der Larven unter der Haut wahrnehmen.
Experten raten dazu, in exotischen Reiseländern Kleidung nicht zum Trocknen im Freien aufzuhängen. Eine kutane Myiasis ist ein Parasitenbefall der Haut, der durch Larven bestimmter Fliegenarten verursacht wird. Die Fliegen legen ihre Eier zum Beispiel auf trocknender Kleidung ab. / © Getty Images/Oscar Wong
Die Larven müssen vollständig mechanisch entfernt werden. Ein vorheriges luftdichtes Abdecken der Öffnung kann die Sauerstoffversorgung der Larven unterbrechen und dadurch die anschließende Entfernung erleichtern. Gelegentlich sind eine örtliche Betäubung und die vorsichtige Erweiterung der Hautöffnung mit einem Skalpell erforderlich. Bei einer bakteriellen Sekundärinfektion kann eine antibiotische Behandlung notwendig werden.
Vorbeugend empfiehlt die DDG DEET- oder Icaridin-haltige Repellentien und das Schlafen unter imprägnierten Moskitonetzen. Kleidung sollte in Risikogebieten nicht im Freien zum Trocknen aufgehängt werden. Da einige Fliegenarten ihre Eier bevorzugt in feuchtem, nekrotischem oder verletztem Gewebe ablegen, müssen vorhandene Wunden sorgfältig gereinigt und mit einem Verband abgedeckt werden.