Ein Glas Wasser in kleinen Schlucken zu trinken, kann gegen Schluckauf helfen. / © Getty Images/Ekaterina Demidova
Wer von einem kräftigen Schluckauf durchgeschüttelt wird, fragt sich: Woher kommt der auf einmal?
Die Erklärung »Da denkt gerade jemand an dich« lassen Mediziner und Medizinerinnen nicht durchgehen. Schluckauf entsteht nämlich, wenn sich das Zwerchfell plötzlich und unwillkürlich verkrampft, erklärt der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Das ist die Platte aus Muskeln und Sehnen, die die Grenze zwischen Brust- und Bauchraum zieht.
Verkrampft das Zwerchfell, schließt sich als Reaktion die Stimmritze, die sich zwischen Rachen und Luftröhre befindet. Eingeatmete Luft prallt dann gegen die geschlossenen Stimmbänder. »Genau dieser kleine »Stau« erzeugt das typische Hicks-Geräusch«, heißt es auf dem Portal »Das HNO-Wartezimmer« des Verbandes.
Mitunter scheint Schluckauf aus dem Nichts zu kommen. Tatsächlich gibt es jedoch einige typische Auslöser.
So können uns hastiges Essen, stark kohlensäurehaltige Getränke, größere Mengen Alkohol, Stress, Lampenfieber oder bestimmte Medikamente Schluckauf bescheren. Auch ein Wechsel zwischen sehr kalten und sehr heißen Speisen kann dafür sorgen, dass das Zwerchfell verkrampft.
Normalerweise verschwindet ein Schluckauf nach wenigen Minuten von selbst. Wer nicht abwarten will, findet allerlei, zum Teil kuriose Tipps, die den Schluckauf in die Flucht schlagen sollen.
Zum Beispiel: die Luft anhalten und bis zwanzig zählen, sich erschrecken lassen, kaltes Wasser in Mini-Schlückchen trinken, in eine Papiertüte atmen, aufzählen, was man gestern alles gegessen hat, oder an sieben glatzköpfige Männer denken.
All solche Tricks kann man laut dem Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte durchaus ausprobieren. Eine Sache haben sie nämlich gemeinsam: Sie sorgen für Ablenkung. Das kann dazu führen, dass wir uns entspannen – Zwerchfell und Atmung eingeschlossen. Als besonders hilfreich gelten Methoden, die die Atmung gezielt beeinflussen.
Schluckauf ist fast immer harmlos. In seltenen Fällen kann er aber ein Hinweis auf eine Erkrankung von Speiseröhre, Magen oder Dünndarm beziehungsweise auf Hormon- oder Nervenstörungen sein.
Warnzeichen sind, wenn Schluckauf deutlich häufiger auftritt, als man es gewohnt ist. Auch wenn er ungewöhnlich lange – mindestens einen ganzen Tag – andauert, sollte man dem Verband zufolge ärztlichen Rat einholen. Das gilt vor allem dann, wenn Symptome wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Schwellungen im Halsbereich oder starke Müdigkeit dazukommen.
Übrigens: Tritt Schluckauf gemeinsam mit Lähmungserscheinungen, Sprach- oder Sehstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit auf, ist das ein Fall für den Notruf 112. Dann kann sich dahinter ein Schlaganfall verbergen, ein Notfall, bei dem jede Minute zählt.