Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Virale Infekte
-
Was gegen »Sommergrippe« hilft

Alle anderen fahren an den See, man selbst hütet mit Halsweh und Gliederschmerzen das Sofa. Da fällt schnell ein Wort: Sommergrippe. Was kann man tun, um sich die sommerliche Schniefnase zu ersparen?
AutorKontaktdpa
Datum 01.07.2026  17:00 Uhr

Die Nase läuft, der Hals kratzt, die Beine sind schwer und man fühlt sich schlapp und unwohl. All diese Symptome kennt wohl jeder aus dem Winter – der typischen Erkältungszeit. Dabei können einem auch bei Außentemperaturen von 25 Grad und mehr Viren begegnen, die einem das volle Erkältungsprogramm bescheren.

Für die 25. Kalenderwoche (15. bis 21. Juni) vermeldet das Robert-Koch-Institut (RKI) 2,9 Millionen neu aufgetretene akute Atemwegserkrankungen – ein Wert, der üblich für die aktuelle Jahreszeit ist. Experten-Antworten auf die sechs wichtigsten Fragen zur sogenannten Sommergrippe.

1. Ist die Sommergrippe die kleine Schwester der Grippe, die man aus dem Winter kennt?

Nein. »Die Sommergrippe ist tatsächlich gar keine Grippe«, sagt Professor Dr. Eva Hummers, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM).

Die echte Grippe nämlich wird alle Jahre wieder im Herbst durch Influenza-Viren ausgelöst, deren Saison im Frühjahr endet. »Grippe gibt es im Moment so gut wie gar nicht«, sagt Hummers. Stattdessen handelt es sich in warmen Jahreszeit um grippale Infekte, die durch andere Viren ausgelöst werden.

Auch mit Blick auf die Symptome gibt es Unterschiede zwischen Grippe und grippalem Infekt, also einer Erkältung. »Die echte Grippe setzt schnell und heftig ein, von 0 auf 100 in zwei Stunden«, beschreibt Hummers. Im Gegensatz dazu entwickeln sich Erkältungen etwas gemächlicher. Infektiologe Professor Dr. Andrew Ullmann sagt: »Es fängt langsam mit Halskratzen an, dann kommen Schnupfen und Husten dazu. Und selten etwas Fieber.«

2. Welche Viren lösen eine sogenannte Sommergrippe aus?

Typische Erkältungsviren lösen eine »Sommergrippe« aus, häufig sind Rhinoviren die Übeltäter. Und die gibt es quasi überall – auch im Sommer. »Viren mögen es vor allem, wenn Menschen beieinander sind. Und sie fahren gerne Bus und Bahn«, sagt Hummers.

Übertragen werden sie über Tröpfchen- aber auch Schmierinfektionen. »Da reicht es schon, wenn jemand vorher in die Hand geniest und mich damit danach begrüßt hat«, sagt Ullmann von der Universitätsklinik Würzburg. Fasst man sich dann mit der Hand an die Schleimhäute, etwa in den Mund, kann das der Startpunkt für eine Erkältung sein.

Immerhin: Anders als in der nasskalten Zeit des Jahres halten wir uns im Sommer weniger in geschlossenen und womöglich schlecht gelüfteten Räumen auf, in denen feine Tröpfchen mit Erkältungsviren in der Luft hängen können. Das senkt das Infektionsrisiko in dieser Zeit des Jahres.

Mehr von Avoxa