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SAV-Mitgliederversammlung
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Was dem DAV blüht

Eine positive Bilanz der Apothekenreform, ein skeptischer Ausblick auf einen Verhandlungsmarathon mit den Kassen und Freude über einen »historischen Tag«: Der Vorsitzende des Sächsischen Apothekerverbands (SAV), Thomas Dittrich, zog in Leipzig Resümee.
AutorEv Tebroke
Datum 20.08.2026  15:00 Uhr

Es war die letzte Mitgliederversammlung des Sächsischen Apothekerverbandes (SAV). Am 19. August traf sich die Apothekerschaft in Leipzig, um die Fusion in den Mitteldeutschen Apothekenverband (MAV) zu besiegeln. Der SAV-Vorsitzende Thomas Dittrich hatte an diesem »historischen Tag«, wie er es nannte, aber zunächst die Apothekenreform im Blick. Die final abgeschlossene Reform – auch die Mantelverordnung dürfte nun nach dem Ende des EU-Notifizierungsverfahrens zeitnah in Kraft treten – wertet Dittrich als »berufspolitischen Erfolg«.

»Wir haben viel erreicht. Wir haben die Honoraranpassung. Wir haben eine ganz andere Wahrnehmung der Apotheken in der Politik und in der Bevölkerung. Und wir haben zusätzliche Leistungen.« Neben fünf neuen pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) erlaubt das Gesetz Apotheken etwa künftig das Angebot von weiteren Impfungen, Schnelltests sowie venösen Blutentnahmen.

Dittrich freut sich über das erweiterte Leistungsangebot, gibt aber gleichzeitig zu bedenken: »Rein wirtschaftlich gesehen muss jede zusätzliche Leistung auch einen Beitrag zum Gewinn der Apotheke erwirtschaften.« Für klein- und mittelständische Unternehmen wie Apotheken sei eine Gewinnerzielungsabsicht immanent, so Dittrich mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen mit dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV).

»Leistungen müssen wirtschaftlich erträglich sein«

Für den Betrag, den der Spitzenverband bereit sei zu zahlen oder den die Schiedsstelle bislang zugeteilt hat, seien die Apotheken nicht in der Lage, die pDL zu erbringen. »Weil es nicht geht«, so der SAV-Vorsitzende. Ziel müsse sein, die Leistungen in die Fläche zu bringen, bundesweit zu etablieren. Dafür müsse es aber wirtschaftlich erträglich sein. »Sonst wird das schwierig«, ist Dittrich sicher.

Der SAV-Vorsitzende blickt mit Sorge auf die große Zahl der anstehenden Verhandlungen. Denn laut Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) müssen der Deutsche Apothekerverband (DAV) und der GKV-Spitzenverband die Vergütungen für viele zu erbringende Leistungen erst noch verhandeln. Dittrich gab einen Überblick über die »Baustellen«. 

Apotheken- und Kassenseite müssen sich künftig jährlich auf eine Dynamisierung des Fixums und den variablen Anteil der Honorierung ab 2028 einigen. Auch die nun erlaubten Impfungen in Apotheken benötigen ein Preisschild: Die Schutzimpfungsvereinbarung wurde auf alle Totimpfstoffe erstreckt (bislang waren es nur Grippe und Covid-19). Des Weiteren stehen Verhandlungen zur Hilfstaxe an, denn das ApoVWG sieht eine anteilige Abrechnung von Rezeptursubstanzen vor.

Auch Vergütungen für die neuen pDL müssen noch ausgehandelt werden. Hier geht es etwa um pDL zur Prävention, Beratung zu Risikofaktoren im Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes et cetera oder die Begleitung bei Dauermedikation. Und auch in der Paritätischen Stelle dürfte es Gesprächsbedarf geben. Denn  die Haftung für etwaige Folgen verhängter Sanktionen soll nach dem Willen des Gesetzgebers auf das gesamte Gremium übergehen – statt wie bislang an Einzelpersonen zu hängen. Ob dies dazu führt, dass die Stelle nun effektiv tätig wird, sei derzeit wegen des nach wie vor hohen Haftungsrisikos offen, so Dittrich.

Viele Schiedsstellenverfahren

Erfahrungsgemäß haben sich die Verhandlungen zwischen DAV und GKV-Spitzenverband in der Vergangenheit als extrem zäh und schwierig gestaltet. Meist konnten sich die Parteien nicht einigen, sodass die Schiedsstelle einen Kompromiss festgelegt hat. Die vielen neuen Verhandlungspunkte kommen zu den bereits bestehenden hinzu. Und auch dies sind einige. Das Thema Hilfstaxe und Stoff- sowie Arbeitspreise für parenterale Zubereitungen ist bereits im Schiedsstellenverfahren. Ebenso das Thema Substitution von Arzneimitteln.

Auch die Vergütungen der bereits etablierten fünf pDL müssen neu verhandelt werden. Die im Jahr 2022 verfügten Preise, die damals ebenfalls die Schiedsstelle festlegen musste, hatte der DAV gekündigt. Da es keine Einigung gibt, steht auch jetzt wieder eine Schiedsstellenentscheidung an, wie Dittrich erklärte. Angesichts dieser zähen Entwicklungen blickt Dittrich mit Sorge auf das, was kommt. Er war als DAV-Vorsitzender lange Zeit selbst maßgeblich an Verhandlungen beteiligt. »Das ist eine ganze Latte an Verhandlungen. Das ist echt schwierig.«

Grundsätzlich blickt der SAV-Vorsitzende aber optimistisch in die Zukunft. In der Apothekenreform sieht er viele Chancen für den Berufsstand. Und mit dem neuen Großverband, dem MAV, für dessen Gründung die Mitgliederversammlung dann am 19. August in Leipzig mit ihrem Votum den Weg frei machte, sieht Dittrich auch auf regionaler Ebene die Berufspolitik gut aufgestellt.

 

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