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Hydrierung geht vor
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Warum wir bei Hitze weniger Hunger haben

Wenn es heiß ist, sinkt oft der Appetit und die Lust auf Nahrung. Das liegt vor allem daran, dass der Körper versucht, Überhitzung zu vermeiden. Über die Mechanismen klärt der Neurowissenschaftler Dan Baumgardt von der University of Bristol auf.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 13.07.2026  07:00 Uhr

Damit der Stoffwechsel reibungslos funktioniert, ist der Körper auf eine Kerntemperatur von durchschnittlich 37 °C angewiesen. Abweichungen – wie beispielsweise durch Infekte, körperliche Betätigung, Hormone, Alkohol, aber auch die Umgebungstemperatur – können sich negativ auf physiologische Vorgänge auswirken.

Bei heißem Wetter kommen verschiedene Mechanismen zum Tragen, die einen Anstieg der Kerntemperatur vermeiden sollen: Einerseits versucht der Körper, über vermehrtes Schwitzen und die daraus resultierende Verdunstungskälte abzukühlen. Dadurch verliert er aber auch Flüssigkeit und Mineralstoffe. Um einer Dehydrierung vorzubeugen, löst das Gehirn ein Durstgefühl aus. Die vermehrte Flüssigkeitsaufnahme dämpft wiederum das Hungergefühl. 

Verdauung wird träge

Parallel wird die Haut verstärkt durchblutet, sodass Wärme nach außen abgeleitet wird. Dies bedeutet aber, dass der Körper andere Systeme weniger durchblutet, darunter auch der Darm. Der wird normalerweise während des Verdauungsprozesses verstärkt durchblutet, um Nährstoffe besser aufnehmen und transportieren zu können. Durch die verminderte Durchblutung werden die Verdauungsorgane träger. Auch der Magen entleert sich langsamer und das Sättigungsgefühl nach einer Mahlzeit hält länger an.

Zudem legen einige Studien nahe, dass Hitze den Ghrelinspiegel senkt und gleichzeitig Sättigungshormone steigen lässt. Allerdings seien die Ergebnisse sehr uneinheitlich, wie es in dem Beitrag auf der Wissenschaftsplattform »The Conversation« heißt.  

Richtig essen und trinken bei Hitze

An heißen Tagen ist es für den Körper also wichtiger, sich abzukühlen, als große, schwere Mahlzeiten zu verdauen. Daher sollte man das Essverhalten entsprechend anpassen. Ideal sind Obst, Salat, Gemüse und leichte Milchprodukte wie Milch und Joghurt. Kleine, häufigere Mahlzeiten mit nährstoffreichen Bestandteilen  – insbesondere solche, die reich an Wasser und Elektrolyten sind – sättigen, ohne das Verdauungssystem zu überlasten.

Auch sollte man laut Baumgardt auf eine ausreichende Eiweißzufuhr achten. Da eiweißreiche Lebensmittel mehr Stoffwechselwärme erzeugen, verteilt man diese am besten auf mehrere kleine Portionen. Nüsse, Milchprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte, Avocados, Oliven und Getreide sind gute Optionen. Nicht umsonst spielen diese Lebensmittel in vielen mediterranen Ernährungsformen eine große Rolle. Sie gewährleisten eine ausgewogene Ernährung, selbst bei Hitze.

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