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Illegale Anreize für Ärzte
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Warum Strafen Pharmafirmen kaum abschrecken

Die Kosten im Gesundheitssystem laufen aus dem Ruder. Vor allem innovative Therapien treiben den Kostenanteil der Arzneimittel in fragwürdige Höhen. In diesem Zusammenhang geraten verbotene Praktiken unter einen verstärkten Druck. So kommt es etwa vor, dass Pharmaunternehmen versuchen, Ärzte mit illegalen Anreizen wie Geldzahlungen zur Verordnung ihrer Medikamente zu bewegen. Dies scheint sich trotz teils milliardenschweren Strafen zu lohnen, wie eine aktuelle Studie zeigt. 
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 27.03.2026  08:00 Uhr

Meist fließt Geld

Inhaltlich handelt es sich bei den untersuchten Verstößen häufig um direkte finanzielle Zuwendungen an Ärzte, um die Verschreibung erstattungsfähiger Medikamente zu fördern. Solche Praktiken gelten seit langem als Treiber unnötiger Gesundheitsausgaben und potenziell unangemessener Therapien.

Für die Forschenden ergibt sich daraus ein klares Bild: Die bestehenden Sanktionsmechanismen könnten für Unternehmen eher kalkulierbare Kosten darstellen als ein wirksames Abschreckungsinstrument. Besonders brisant ist, dass Wiederholungstäter im Verhältnis zu ihren Umsätzen tendenziell sogar günstiger davonkämen als Ersttäter.

Konsequenterweise plädieren die Forschenden daher für schärfere Maßnahmen, etwa höhere Strafzahlungen bis zu einem gesetzlichen Maximum, oder für eine stärkere persönliche Haftung von Verantwortlichen in den Unternehmen. Nur so lasse sich verhindern, dass illegale Anreizsysteme weiterhin Teil der ökonomischen Kalkulation bleiben, argumentieren die Forschenden.

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