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Mecklenburg-Vorpommern
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Warnung vor »Verzwergung« der Apotheke 

Bei der Delegiertenversammlung der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern erklärte ABDA-Pressesprecher Benjamin Rohrer ausführlich die Hintergründe der Öffentlichkeitsarbeit. Kammerpräsident Georg Engel mahnte angesichts der Strukturveränderungen durch die Apothekenreform zur Wachsamkeit. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 13.06.2026  09:10 Uhr

Besser als Lauterbachs Reform

Nach dem Vortrag trug Kammerpräsident Georg Engel seinen Bericht vor. Auch er ging ausführlich auf die Apothekenreform ein. »Für die Apotheken bringt das Gesetz extreme Veränderungen mit sich. Es gibt eine Erweiterung der Abgabebefugnisse, das ist sicherlich für die Arbeit in der Apotheke gut. Wir dürfen mehr impfen, alle Totimpfstoffe sollen in Apotheken verimpft werden dürfen. Das ist für die Patienten sicherlich eine gute Sache. Außerdem können Präventions- und Diagnostikleistungen erbracht werden, das ist sicherlich auch sinnvoll«, erklärte der Kammerpräsident. Ob die geplanten Verhandlungen der Apothekenvergütung mit den Krankenkassen einen positiven Effekt haben werden, müsse man abwarten. 

»Kritischer sehen wir die Frage, ob PTA weitere Befugnisse bekommen. Das Gesetz wird ermöglichen, dass PTA bis zu 20 Tage im Jahr zur Aufrechterhaltung der Dienstbereitschaft Vertretungen wahrnehmen dürfen. Als Berufsvertretung wollten wir das eigentlich nicht und haben viele Qualitätsprobleme gesehen«, klagte Engel. »Das war aber offensichtlich ein Herzenswunsch der Politik, um Frauen Aufstiegsmöglichkeiten zu schaffen. Dass damit die Situation der vielen anderen Frauen in unserem Beruf erschwert wird, ist dann kein Thema gewesen«. 

Engel kam auch auf weitere Reformaspekte wie die verkürzten Öffnungszeiten und die lockeren Vorschriften für Zweigapotheken zu sprechen. »Aus meiner Sicht ist das relativ kritisch zu sehen. Die Verzwergung der Apotheke macht sie sicherlich attraktiv für Filialbetriebe. Wir werden sehen, wie lange wir das Fremdbesitzverbot noch halten können«, sagte Engel.

Trotz aller Kritik seien die Erweiterungen der Präventionsleistungen, die Erhöhung des Fixums und die Ermöglichung von Skonti zu begrüßen. »Das Gesetz ist um Klassen besser als das, was uns Lauterbach angedroht hat. Doch viele Punkte sind sehr kritisch zu sehen. Die strukturellen Veränderungen, die auf die Apotheken zukommen, müssen uns hellwach machen«, lautete das Fazit des Kammerpräsidenten. 

Georg Engel motivierte die Apothekerschaft auch zur Umsetzung der neuen pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL): »Wir haben pDL in einem unheimlichen Umfang angeboten bekommen und die Apotheken haben vielleicht ein Fünftel davon umgesetzt. Wenn das mit den neuen Möglichkeiten genauso verläuft, dann wird es für uns alle ein Problem werden, unsere Position in der Politik und der Gesellschaft zu festigen.«

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