| Lukas Brockfeld |
| 13.06.2026 09:10 Uhr |
Die Apothekerkammer beschloss bei ihrer Versammlung außerdem die Einrichtung einer Arbeitsgruppe »Arzneimittelversorgung in Großschadenslagen«. Den Anstoß gab der tagelange Stromausfall, der zu Jahresbeginn Teile Berlins lahmlegte. Die Arbeitsgruppe soll unter anderem mögliche Bedrohungsszenarien benennen und die realistisch leistbare Rolle der Apothekerschaft in diesen benennen. Auch Handlungsempfehlungen für den Katastrophenfall sollen erarbeitet werden. Dabei sollen allerdings keine verpflichtenden Maßnahmen oder Investitionsvorgaben für einzelne Apotheken vorgeschrieben werden.
Hitzig diskutiert wurde die Idee, den Notdienst mithilfe von Telepharmazie weiterzuentwickeln. Konkret ging es um die mögliche Aufstellung von Pick-up-Automaten. Die Initiatoren führten an, dass solche Automaten den Notdienst erleichtern und die Wartezeiten der Patienten verkürzen könnten. Die Automaten sollten dabei nicht die persönliche Präsenz im Notdienst ersetzen, sondern eine weitere Möglichkeit der Versorgung schaffen. Auch ausländischen Versandhändlern dürfe kein Einfallstor geboten werden.
Doch der Vorstoß stieß auf ein geteiltes Echo. Der Notdienst sei ein Alleinstellungsmerkmal der Vor-Ort-Apotheken und dürfe nicht leichtfertig aufgeweicht werden. Der persönliche Kontakt mit den Patienten müsse erhalten bleiben. Außerdem könnten viele Patienten mit Automaten überfordert sein und die Versender könnten ebenfalls Automaten aufstellen. Da sich die Kammerversammlung in der Diskussion nicht einigen konnte, wurde der Antrag zurückgezogen, um das Konzept mit der gebotenen Ausführlichkeit zu prüfen.