Ängste schützen uns vor Gefahren: Bestimmen sie aber ganze Lebensbereiche, hat sich womöglich eine Angststörung entwickelt. Typisch dafür ist ein Vermeidungsverhalten. Betroffene sagen zum Beispiel Verabredungen ab oder meiden öffentliche Verkehrsmittel, um nicht mit ihren Ängsten konfrontiert zu werden. »Das was zunächst Sicherheit vermittelt, schränkt das Leben oft immer stärker ein«, beschreibt von Wahlert.
Wer an diesem Punkt ist, sucht sich am besten Hilfe. »Eine Psychotherapie hilft dabei, Schritt für Schritt neue Erfahrungen zu sammeln und verloren gegangene Freiräume zurückzugewinnen«, so der Facharzt. Ziel ist es nicht, nie wieder Angst zu verspüren, sondern Strategien zu entwickeln, um mit ihr umzugehen.
Doch wie findet man einen Psychotherapieplatz? Vorab: eine Überweisung braucht es dafür nicht – aber Geduld. Mitunter muss man monatelang warten, bis es losgehen kann.
Erster Schritt ist, einen Termin für eine psychotherapeutische Sprechstunde auszumachen. Das kann man auf eigene Faust tun - oder sich einen Termin über den Patientenservice der Kassenärztlichen Vereinigungen »116117.de« vermitteln lassen.
Die Sprechstunde ist ein Gespräch mit einem Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin. Ziel ist, festzustellen, ob ein Verdacht auf eine psychische Erkrankung vorliegt und ob Hilfe notwendig ist, so das Bundesgesundheitsministerium. Am Ende bekommt man ein Formular ausgestellt, das sogenannte PTV 11.
Wird darauf eine Psychotherapie empfohlen, kann man sich damit auf die Suche nach einem Platz machen. Der Patientenservice bietet die Möglichkeit, online nach Psychotherapeutinnen und -therapeuten zu suchen, zu denen man dann Kontakt aufnehmen kann.
Ist auf dem Formular vermerkt, dass eine ambulante Psychotherapie »zeitnah erforderlich« ist, kann man den Patientenservice nutzen, um sich einen Termin bei einem Therapeuten oder einer Therapeutin vermitteln zu lassen.
Haben Sie suizidale Gedanken oder haben Sie diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter www.telefonseelsorge.de. In Notfällen, etwa bei drängenden und konkreten Suizidgedanken, wenden Sie sich bitte an die nächste psychiatrische Klinik oder wählen Sie den Notruf unter der Telefonnummer 112. Auf der Website der Deutschen Depressionshilfe finden Sie Klinikadressen und eine Auflistung von Krisendiensten und Beratungsstellen in Ihrer Region.