Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Apotheker ohne Grenzen
-
Vulnerable Menschen bei der Gesundheitsversorgung unterstützen

Insbesondere während aktueller Hitzeperioden ist der Zugang zu einer adäquaten Gesundheitsversorgung für Wohnungslose erschwert. Apotheker ohne Grenzen setzen hier mit einigen Hilfsprojekten an – ein Überblick.
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 11.08.2026  10:45 Uhr

Ein regelmäßiger wie zuverlässiger Zugang zur Gesundheitsversorgung ist für den Erhalt der Gesundheit essenziell. Insbesondere für vulnerable Gesellschaftsgruppen wie wohnungslose Menschen, Menschen ohne Krankenversicherung, Menschen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus oder Personen, die aus finanziellen, sprachlichen oder bürokratischen Gründen keine Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen, stelle dies häufig ein Problem dar, meldet Apotheker ohne Grenzen.

In Zusammenarbeit mit medizinischen und sozialen Partnerorganisationen setzen hier verschiedene Hilfsprogramme an, denn »Gesundheit ist ein Menschenrecht«, sagt Jochen Wenzel, 1. Vorsitzender von Apotheker ohne Grenzen Deutschland. Insgesamt acht Projekte laufen demnach aktuell in den deutschen Großstädten Berlin, Bielefeld, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Mainz, München und Münster. 2025 konnten hierfür noch 75.000 Euro aufgebracht werden, für das laufende Jahr 2026 sind bislang um die 90.000 Euro geplant.

Aufgabenbereiche bei Apotheker ohne Grenzen

Apotheker ohne Grenzen kümmern sich hierbei um die Wirkstoff- und Arzneimittelauswahl in Ambulanzen, die Medikamentenbeschaffung und -lagerung sowie um ein Angebot für Schulungen und Beratung. Die Verantwortlichkeit hierfür sehe Apotheker ohne Grenzen allerdings woanders: »Dass gemeinnützige Organisationen die Versorgung vieler Menschen in Deutschland auffangen müssen, zeigt, dass unser Gesundheitssystem nicht alle erreicht. Ich wünsche mir, dass die Politik dieses Problem entschlossener angeht und zusammen mit uns und allen anderen Akteuren tragfähige und nachhaltige Lösungen schafft«, sagt Wenzel.

Gesundheitsversorgung beginne allerdings nicht dort, wo Erkrankungen unbehandelt bleiben und dadurch fortgeschritten sind. »Unsere Projekte ersetzen keine strukturellen Lösungen«, so Wenzel. Faktoren wie Hitze, Kälte, mangelhafte Ernährung oder fehlende Möglichkeiten zur Körperhygiene verschlimmern meist zusätzlich den Gesundheitszustand besagter Menschen.

Mehr von Avoxa