| Paulina Kamm |
| 11.08.2026 10:45 Uhr |
Für 2026 plant Apotheker ohne Grenzen bislang ein Budget von 90.000 Euro, um pharmazeutische Hilfe zu leisten. / © Imago stock&people
Ein regelmäßiger wie zuverlässiger Zugang zur Gesundheitsversorgung ist für den Erhalt der Gesundheit essenziell. Insbesondere für vulnerable Gesellschaftsgruppen wie wohnungslose Menschen, Menschen ohne Krankenversicherung, Menschen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus oder Personen, die aus finanziellen, sprachlichen oder bürokratischen Gründen keine Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen, stelle dies häufig ein Problem dar, meldet Apotheker ohne Grenzen.
In Zusammenarbeit mit medizinischen und sozialen Partnerorganisationen setzen hier verschiedene Hilfsprogramme an, denn »Gesundheit ist ein Menschenrecht«, sagt Jochen Wenzel, 1. Vorsitzender von Apotheker ohne Grenzen Deutschland. Insgesamt acht Projekte laufen demnach aktuell in den deutschen Großstädten Berlin, Bielefeld, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Mainz, München und Münster. 2025 konnten hierfür noch 75.000 Euro aufgebracht werden, für das laufende Jahr 2026 sind bislang um die 90.000 Euro geplant.
Apotheker ohne Grenzen kümmern sich hierbei um die Wirkstoff- und Arzneimittelauswahl in Ambulanzen, die Medikamentenbeschaffung und -lagerung sowie um ein Angebot für Schulungen und Beratung. Die Verantwortlichkeit hierfür sehe Apotheker ohne Grenzen allerdings woanders: »Dass gemeinnützige Organisationen die Versorgung vieler Menschen in Deutschland auffangen müssen, zeigt, dass unser Gesundheitssystem nicht alle erreicht. Ich wünsche mir, dass die Politik dieses Problem entschlossener angeht und zusammen mit uns und allen anderen Akteuren tragfähige und nachhaltige Lösungen schafft«, sagt Wenzel.
Gesundheitsversorgung beginne allerdings nicht dort, wo Erkrankungen unbehandelt bleiben und dadurch fortgeschritten sind. »Unsere Projekte ersetzen keine strukturellen Lösungen«, so Wenzel. Faktoren wie Hitze, Kälte, mangelhafte Ernährung oder fehlende Möglichkeiten zur Körperhygiene verschlimmern meist zusätzlich den Gesundheitszustand besagter Menschen.