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EU-Kommission

Vierte Corona-Impfung: EU will einheitlich vorgehen

Die EU-Staaten wollen bei einer möglichen vierten Corona-Impfung einheitlich vorgehen. Bundesgesundheitsmister Prof. Karl Lauterbach (SPD) hatte vor dem Treffen der EU-Kommission für eine vierte Corona-Impfung für alle ab 60 Jahren geworben. Die Empfehlung der EU-Kommission könnte innerhalb von sieben Tagen vorliegen.
dpa
30.03.2022  10:48 Uhr
Vierte Corona-Impfung: EU will einheitlich vorgehen

Die EU-Kommission werde »innerhalb kürzester Zeit auf Basis wissenschaftlicher Expertise eine Empfehlung zur vierten Impfung erarbeiten«, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Dienstag nach einem Treffen mit seinen EU-Kollegen in Brüssel. Die Gesundheitsminister der EU-Länder hätten seinen Vorschlag, die nationalen Impfstrategien anzugleichen, mehrheitlich unterstützt. Die Empfehlung der EU-Kommission könne laut Lauterbach »auch für Deutschland ein wichtiger Kompass für den Umgang mit der zweiten Boosterung sein«.

Aktuelle Daten aus Israel zeigen laut Lauterbach: »Wer über 60 Jahre alt ist oder unter Vorerkrankungen leidet, sollte sich ein viertes Mal impfen lassen«, sagte der Minister. In dieser Altersgruppe könne dadurch die Sterblichkeit im Vergleich zur dritten Dosis noch einmal um 80 Prozent reduziert werden. »Wir dürfen nicht vergessen, dass die Covid-Pandemie nicht zu Ende ist in Europa. Wir haben sehr hohe Fallzahlen, wir haben leider auch sehr hohe Sterbezahlen«, erklärte der SPD-Politiker am Dienstag am Rande von Beratungen mit seinen EU-Kollegen.

Impfstoff von Moderna oder Biontech/Pfizer

Lauterbach betonte, dass es derzeit viel Impfstoff in Europa gebe, der nirgendwo fehle. Die Abnahme durch einkommensschwächere Länder stocke. »Somit müssen wir befürchten, dass in Europa Impfstoff vernichtet werden muss.« Infrage für die vierte Dosis - also den zweiten »Booster« nach einem Grundschutz - komme der Impfstoff von Moderna oder Biontech/Pfizer. Die Entwicklung von Impfstoffen, die an neue Corona-Varianten angepasst sind, verzögere sich seiner Kenntnis nach, sagte Lauterbach. Er rechne im Herbst, womöglich im September, mit den neuen Impfstoffen.

Biontech will nach eigenen Angaben in den kommenden Wochen erste Daten der klinischen Studie veröffentlichen, die mögliche Zulassungsanträge für einen Omikron-basierten Impfstoff unterstützen sollen. »Letztlich werden die Behörden entscheiden, ob und wann eine Genehmigung erteilt wird«, sagte eine Unternehmenssprecherin. »Wir halten uns bereit, unseren Impfstoff bereits im Frühsommer zur Verfügung zu stellen.«

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