Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Covid-Impfstoff
-
Vaxzevria-Zulassung ist erloschen

Der Corona-Impfstoff Vaxzevria® von Astra-Zeneca hat in der Europäischen Union keine Zulassung mehr. Das Pharmaunternehmen hat diesen Schritt selbst beantragt und gibt mangelnde Nachfrage als Grund an. 
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 08.05.2024  10:45 Uhr

Der vektorbasierte Covid-19-Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmaunternehmens Astra-Zeneca, Vaxzevria®, ist nicht mehr in der EU zugelassen. Die bereits im März beschlossene Rücknahme der Marktzulassung trat am Dienstag in Kraft, wie aus einem Dokument der EU-Kommission hervorgeht. Astra-Zeneca habe diesen Schritt »aus kommerziellen Gründen« selbst beantragt, bestätigte das Unternehmen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Der Hintergrund sei mangelnde Nachfrage.

Seit dem Ende der Pandemie seien mehrere Varianten von Covid-19-Impfstoffen entwickelt worden, deswegen gebe es nun einen Überschuss an verfügbaren aktualisierten Präparaten. »Dies hat zu einem Rückgang der Nachfrage nach Vaxzevria geführt, das nicht mehr hergestellt oder geliefert wird«, hieß es in einer Astra-Zeneca-Mitteilung. Man sei aber »unglaublich stolz auf die Rolle, die Vaxzevria bei der Beendigung der globalen Pandemie gespielt« habe.

In einer Mitteilung der EU-Kommission hieß es, es sei nicht ungewöhnlich, dass Unternehmen die Rücknahme der Marktzulassung von Arzneimitteln oder Impfstoffen aus kommerziellen Gründen beantragen. Man könne bestätigen, »dass die Entscheidung nicht auf Zweifeln an Sicherheit oder Wirksamkeit des Impfstoffes beruht«, so die Mitteilung weiter.

Zulassungsrückgabe ist nichts Ungewöhnliches

In sozialen Medien wird über mögliche andere Ursachen spekuliert. Dabei ist die Maßnahme keineswegs ungewöhnlich.  «Jährlich wird typischerweise bei fünf bis zehn Originalmedikamenten die Zulassung zurückgenommen, fast immer aus kommerziellen Gründen», teilte Rolf Hömke, Forschungssprecher beim Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa), in Berlin mit. «Zum Vergleich: Im Schnitt werden pro Jahr in Deutschland rund 36 Medikamente mit neuem Wirkstoff neu eingeführt.»

Hintergrund sei oft, dass es mittlerweile zur Behandlung der betreffenden Krankheit noch bessere Medikamente gibt und die alten deshalb kaum noch zum Einsatz kommen und entbehrlich sind. Das trifft auch auf den Corona-Impfstoff von Astra-Zeneca zu.

Mehr von Avoxa