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Opioid-Krise
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US-Apothekenketten am Pranger

In Ohio stehen seit diesem Montag mehrere Apothekenketten vor Gericht. Sie sollen durch Fehler bei der Abgabe zur Opioid-Krise in den USA beigetragen haben. Das könnte sie Milliarden kosten und ihrem Image schwer schaden.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 06.10.2021  17:00 Uhr
Apothekenketten sehen Schuld nicht bei sich

Apothekenketten sehen Schuld nicht bei sich

Die US-Apothekenketten schieben Medienberichten zufolge die Schuld für die Überproduktion und Massenverschreibungen der Schmerzmittel allerdings den Pharmafirmen, Ärzten und den unzureichenden gesetzlichen Bestimmungen in die Schuhe. Aus ihrer Sicht trifft auch die sogenannten Pill Mills, illegal agierende Schmerzkliniken am Rande der Highways, eine Mitschuld. Experten gehen davon aus, dass sich das Verfahren noch eine ganze Weile hinziehen wird.

Die Verantwortlichen für die Opioid-Krise zur Rechenschaft zu ziehen, hält die Vereinigten Staaten schon seit Jahren in Atmen. Die PZ hatte bereits über die Hintergründe berichtet. Ärzte ließen sich in der Vergangenheit oft von Marketingkampagnen und fragwürdigen Studien davon überzeugen, dass die Gefahren einer Abhängigkeit gering seien. Ein Verkaufsargument des Herstellers Purdue Pharma war etwa, dass durch die verzögerte Freisetzung des Wirkstoffs kein Suchtrisiko bestehe. Das Unternehmen brachte 1996 das Oxycodon-haltige Retardpräparat Oxycontin® (in Deutschland von Mundipharma als Oxygesic® vertrieben) auf den Markt.

Purdue Pharma soll nun zwischen 5 und 10 Milliarden US-Dollar (rund 4,3 beziehungsweise 8,5 Milliarden Euro) zahlen, wie der US-amerikanische Rundfunksender NPR berichtet. Andere Pharmaunternehmen wie AmerisourceBergen, Cardinal Health, Johnson & Johnson und McKesson wollen sich demnach mit 42 US-Staaten auf eine Auszahlung von 26 Milliarden (gut 22 Milliarden Euro) Dollar einigen.

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