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Ständige Müdigkeit
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Ursachensuche an erster Stelle

Das Gefühl von Müdigkeit und Erschöpfung kennt jeder. Nachvollziehbare Gründe und einfache Maßnahmen, um aus dem Tief wieder herauszukommen, auch. Doch was ist zu unternehmen, wenn ständige Müdigkeit einen plagt und die Ursache nicht offensichtlich ist?
AutorKontaktDaniel Finke
Datum 03.12.2023  08:00 Uhr

Narkolepsie

Dieses seltene Krankheitsbild ist durch Schlafanfälle am Tag charakterisiert. Der Schlaf-Wach-Rhythmus ist massiv gestört. Volkstümlich wird die Narkolepsie auch als Schlafkrankheit oder Schlummersucht bezeichnet. Als Auslöser werden Infektionen oder autoimmune Prozesse diskutiert. Eine ursächliche Heilung ist nicht möglich

Die Erkrankung kann in unterschiedlichen Formen verlaufen. Unter der klassischen Narkolepsie (Typ 1) versteht man eine Form, die mit einer Kataplexie, einem teilweisen oder vollständigen Verlust der Muskelspannung, einhergeht. Betroffene sacken innerhalb weniger Sekunden für 10 bis 30 Minuten in sich zusammen und verlieren die Körperspannung, ohne sich später daran erinnern zu können. Daneben gibt es die Erkrankungsform ohne Kataplexie. Diese wird auch als monosymptomatische Narkolepsie oder Narkolepsie Typ 2 bezeichnet.

Es gibt nur wenige zugelassene Medikamente gegen die exzessive Tagesschläfrigkeit. Pitolisant ist ein Histamin-H3-Rezeptor-Antagonist, der den Grad und die Dauer der Wachheit und die Aufmerksamkeit tagsüber verbessern kann. Modafinil und Solriamfetol hemmen die Noradrenalin- und Dopamin-Wiederaufnahme und verbessern die Wachheit, wobei der genaue Wirkmechanismus unbekannt ist. Pitolisant und Solriamfetol sind auch bei Erwachsenen mit obstruktiver Schlafapnoe indiziert, die an übermäßiger Tagesschläfrigkeit leiden. Gegen den Verlust der Körperspannung wirkt Natriumoxybat, das Natriumsalz der Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB), die ein wichtiger Neurotransmitter im zentralen Nervensystem ist. Da die genannten Wirkstoffe mit zahlreichen anderen Arzneistoffen wechselwirken, ist ein sorgfältiger Interaktionscheck unbedingt ratsam (mehr dazu im Titelbeitrag zu Psychopharmaka).

Wichtig ist zudem ein geregelter Tagesrhythmus mit einer bis zwei kurzen Schlafpausen.

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