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Reisedurchfall
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Urlaub mit Nebenwirkung

Reisedurchfall trübt das Urlaubsvergnügen nicht nur akut, sondern kann auch langfristige Folgen haben. Mit einigen Tipps lässt sich Durchfall auf Reisen aber vorbeugen.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 18.06.2025  18:00 Uhr

Breites Erregerspektrum

Das Erregerspektrum, das für Reisedurchfälle verantwortlich ist, unterscheidet sich regional. Die wichtigsten Erreger sind einer Studie aus dem Jahr 2023 zufolge enterotoxische Escherichia coli (ETEC), die in allen untersuchten Ländern einen Anteil von 67 bis 82 Prozent ausmachten (»Emerging Infectious Diseases«) . Inzwischen kämen in verschiedenen Regionen auch vermehrt enteropathogene (EPEC) und enteroaggregative Escherichia coli (EAEC) vor. Als bakterielle Erreger spielten zudem Shigellen und Campylobacter eine Rolle und bei den Viren vor allem Noroviren – besonders in Südostasien und Südamerika. Bei den Parasiten dominiere ganz klar der Einzeller Giardia lamblia, der in verschiedenen Regionen vor allem in Südasien und Subsahara-Afrika vorkomme. »Aktuelle Studien zeigen, dass in bis zu 60 Prozent der Fälle von Reisedurchfällen eine Mischinfektion vorliegt«, sagte der Reisemediziner.

Bei der Diagnostik habe »das Mikroskop ausgedient«; heute würden die Erreger von Durchfallerkrankungen mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) bestimmt. Allerdings sei das meist nicht notwendig – eine PCR sei komplizierten, schwer verlaufenden Fällen vorbehalten, so Steffen.

Ein zunehmendes Problem stellten multiresistente Erreger (Extended Spectrum β-Lactamase-producing Enterobacteriaceae, ESBL-PE) dar. Das Risiko, sich einen solchen Keim zuzuziehen, steige mit zunehmender Reisedauer und sei erhöht bei Reisen in Länder mit niedrigem Einkommen speziell in Südasien, Reisedurchfall, Antibiotikaeinnahme, Krankenhausaufenthalt, Tierkontakt, Konsum von Street Food und Teilnahme an Massenveranstaltungen. »Nach Indienreisen tragen je nach Studie zwischen 34 und 93 Prozent der Rückkehrer ESBL-PE in sich«, verdeutlichte Steffen. Solche Infektionen können sehr schwer verlaufen. Bei Frauen rufen sie auch häufig eine Zystitis (Harnblasenentzündung) hervor.

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