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Präsident in Quarantäne

Trump ist Corona-positiv

Der US-amerikanische Präsident Donald Trump und First Lady Melania haben sich mit dem Coronavirus angesteckt. Beide befinden sich in Quarantäne. Laut Leibarzt geht es den beiden gut, Donald Trump zeigt leichte Symptome. 
dpa
PZ
02.10.2020  11:11 Uhr

»Wir werden unsere Quarantäne und Erholung sofort beginnen. Wir werden das GEMEINSAM durchstehen«, schrieb der 74-jährige Trump kurz nach Mitternacht am Freitag (Ortszeit) auf Twitter. Trumps Leibarzt Sean Conley erklärte, Donald und Melania Trump gehe es gut. »Seien Sie versichert, dass ich erwarte, dass der Präsident während der Genesung weiterhin ohne Unterbrechung seinen Pflichten nachkommen wird.« Der US-Präsident zeige leichte Erkrankungssymptome, wie sein Stabschef Mark Meadows inzwischen bestätigte.  Sollte Trump die Amtsgeschäfte nicht mehr ausüben können, stünde Vizepräsident Mike Pence bereit. Er wurde negativ auf das Coronavirus getestet. Den Präsidenten und seine Frau erreichten bereits viele Genesungswünsche anderer Staatschefs.

Anfang April war mit Großbritanniens Premierminister Boris Johnson ein anderer wichtiger Staatschef an Covid-19 erkrankt – so schwer, dass er drei Nächte auf der Intensivstation verbringen musste. Wie Johnson gehört auch Trump einer Risikogruppe an: Beide Staatschefs sind Männer mit Tendenz zum Übergewicht, wobei der Brite während seiner Erkrankung stark abgenommen hat. Mit 74 Jahren ist Trump vom Alter her deutlich gefährdeter als der fast 20 Jahre jüngere Johnson.

Trump wird in der Corona-Pandemie immer wieder vorgeworfen, die Gefahr durch das Virus nicht ernst zu nehmen. Er trägt in der Öffentlichkeit meistens keine Maske und hat sich mehrfach abfällig über das Masken-Tragen seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden geäußert – zuletzt am Dienstag beim ersten Fernsehduell.

Dagegen hatte er im Mai verkündet, das Rheuma- und Malariamittel Hydroxychloroquin zur Prophylaxe einzunehmen, obwohl es damals wie heute keine wissenschaftliche Evidenz für den Nutzen dieser Maßnahme gibt. Unter anderem Trumps Bezeichnung von Hydroxychloroquin als »Game Changer« hatte dazu geführt, dass die Verkäufe in die Höhe schnellten und das Medikament für Patienten in den zugelassenen Indikationen kaum noch zu bekommen war. Wie lange Trump das Mittel, das Herz-Rhythmus-Störungen auslösen kann, eingenommen hat, ist nicht bekannt.

In den USA gibt es bisher 7,2 Milionen Corona-Fälle, mehr als 207.000 Menschen sind an den Folgen gestorben. Die USA befinden sich auf der Zielgeraden zur Wahl am 3. November, bei der sich Trump um eine zweite Amtszeit bewirbt. Er tritt gegen den Demokraten Joe Biden an. Die Corona-Pandemie hatte den Wahlkampf ohnehin auf den Kopf gestellt. In den kommenden Tagen hatte der 74-Jährige zahlreiche Auftritte geplant, teilweise große Events. In den vergangenen Wochen hatten an solchen Veranstaltungen ungeachtet der Pandemie Tausende Anhänger teilgenommen.

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