Je nach System weisen Tropfen unterschiedliche Volumina auf. Eine Dosierung in Milliliter ist daher genauer. Hier darf die Anzahl auf keinen Fall mit der der Tropfen verwechselt werden. / © Getty Images/Lothar Drechsel
Verordnungssystem stellen bei der Verordnung von flüssigen Arzneiformen mitunter als Dosierungseinheit »Tropfen« und »Milliliter« (ml) als Auswahl zur Verfügung. In manchen Krankenhausinformationssystemen ist allerdings die Einheit »ml« voreingestellt. Das wäre erst einmal nicht so problematisch, wenn im Zweifel ein Plausibilitäts-Check Alarm schlagen würde.
In einem aktuellen CIRS-Bericht war dies jedoch nicht der Fall. So kam es bei einer Verordnung von Tilidin-Tropfen dazu, dass die Voreinstellung im System zu einer Dosierungsangabe 20 ml anstatt 20 Tropfen lautete. Beim Stellen der Medikamente fiel dem Pflegepersonal der Fehler noch auf und die Verordnung konnte durch einen Arzt korrigiert werden.
Der Fall zeigt, wie wichtig eine eindeutige Bezeichnung eines Arzneimittels sowie dessen korrekte Dosierung auf dem Rezept ist, damit die richtige Medikation in der korrekten Menge ausgegeben und eingenommen werden kann.
Eine unzureichende Programmierung (in dem Fall die standardmäßige Hinterlegung von »ml« inklusive Fehlen eines Warnhinweises) kann so schnell zu einer Fehldosierung führen und kritische Situationen für den Patienten verursachen.
Das CIRS-Team der Bundesärztekammer weist darauf hin, dass neben unzulänglichen Programmierungen auch ein »Verklicken« in der Hektik des Augenblicks oder eine unzureichende Rezeptkontrolle zu solch einem Fehler führen kann. Im Sinne der Patientensicherheit sollte daher
Je nachdem, mit welchem Behältnis (Tropfflasche als Rand- oder Zentraltropfer, Kanüle, Pipette etc.) getropft wird, können Tropfen unterschiedliche Volumina aufweisen. Als Faustregel gilt, dass 20 Tropfen 1 ml ergeben. Ein Tropfen entspricht daher etwa 0,05 ml oder 0,05 g.
Aufgrund dieser Ungenauigkeiten ist bei einer Verordnung die Dosierungsangabe in ml oder mg zu bevorzugen, sofern seitens des Herstellers kein Messinstrument zur Verfügung gestellt wird – und korrekt be-/umgerechnet wird.