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Selbstständigkeit

Traum von der eigenen Apotheke

Ohne Moos nichts los? Falsch! Mit gutem Konzept und der richtigen Einstellung wird der Traum von der eigenen Apotheke auch ohne Eigenkapital greifbar. Es steht und fällt jedoch mit der passenden Offizin – und die ist Typsache.
Anna Carolin Antropov
09.04.2021  18:00 Uhr

Nicht jeder Pharmazeut stammt aus einer Apothekerfamilie. Trotzdem wollen viele irgendwann ihr eigener Chef sein und stolz eine Apotheke ihr Eigen nennen. Für den Weg dorthin gibt es jedoch weder ein pauschales Vorgehen noch ein Patentrezept. »Die intrinsische Motivation, etwas zu bewegen und zu entwickeln, ist entscheidend«, findet Florian Sprösser, Filialdirektor der Apotheker- und Ärztebank in Rosenheim.

Er hat unzählige Apotheker bei diesem Schritt begleitet und schildert im Gespräch mit der Pharmazeutischen Zeitung seine Erfahrungen. Üblicherweise starten die Approbierten, sofern es sie nicht in die Industrie oder Krankenhausapotheke verschlägt, ihre Karriere als angestellte Apotheker. Das Gehalt wächst zwar mit den Berufsjahren sowie steigender Verantwortung beispielsweise als Filialleiter. Große Sprünge sind als Angestellter jedoch selten. Die finanzielle Triebkraft könne daher durchaus ein Beweggrund in die Selbstständigkeit sein.

Vorstellungen verdeutlichen

Sprösser hat gute Erfahrungen damit gemacht, zunächst die persönlichen Wünsche und Ideen zu erörtern, um dann gemeinsam den Fahrplan anzupassen. Der eine will sich womöglich ein großzügiges Einfamilienhaus leisten, arbeitet also auf ein hohes Einkommen hin und braucht eine entsprechend hochfrequentierte, umsatzstarke Apotheke. Der Nächste lebt genügsam, macht den Notdienst gerne zur Chefsache und blüht etwa in einer kleinen Dorfapotheke als Zweimann-Betrieb auf, selbst wenn sie nur einen mittelmäßigen Gewinn abwirft. Dort funktioniert der Inhaberwechsel natürlich nur, wenn der persönliche Kontakt mit den Stammkunden gelingt.

Ist beratungsintensives Klientel hingegen nicht das, wofür der zukünftige Inhaber brennt? Dann ist eine Apotheke mit Laufkundschaft in einem Industriegebiet vielleicht die bessere Wahl. Klare Vorstellungen helfen nicht nur bei der Suche, sondern beugen auch späterem Frust vor. »Seine« Apotheke findet man entweder über persönliche Beziehungen, wenn zum Beispiel der eigene Chef in den Ruhestand wechseln will, oder über Ausschreibungen und Zeitungsannoncen sowie Apothekenbörsen.

Doch worauf sollte das Augenmerk liegen? Lage, Lage, Lage? »In erster Linie muss sie zum Inhaber passen«, erinnert Sprösser. Er bewertet die persönlichen Faktoren, also das »Außenherum«, sogar eine Spur wichtiger als die Lage.

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